Die Mühle, die das Meer salzig machte
Wie machte eine Mühle das Meer salzig?
Im „Skáldskaparmál“ kauft Frodi, der König von Dänemark, Fenja und Menja. Die beiden sind groß und stark, und er lässt sie für sich arbeiten. Die Mühle Grotti mahlt alles hervor, was die Mahlenden beim Namen nennen. Zuerst mahlen die beiden dem König Gold, Frieden und Glück. Doch er lässt ihnen kaum Zeit zum Schlafen.
Sie dürfen nur so lange ruhen, wie der Kuckuck mit seinem Ruf innehält oder ein Lied dauert. Schließlich mahlen sie ein Heer hervor, das den König angreifen soll. Noch in derselben Nacht kommt der Seekönig Mysing und greift an. Frodi wird getötet. Die Friedenszeit ist vorüber, und der neue König nimmt die Mühle und die beiden Frauen mit.
Mysing befiehlt ihnen, Salz zu mahlen. Um Mitternacht fragen sie, ob es nun genug sei. Doch der König lässt sie weiterm mahlen. Bald darauf sinkt das Schiff. Das Meerwasser strömt in das Loch des Mühlsteins. An dieser Stelle bleibt ein Strudel zurück. Im „Skáldskaparmál“ heißt es, damals sei das Meer salzig geworden.
Im „Grottilied“ dagegen drehen die beiden die Mühle mit aller Kraft. Der hölzerne Griff zittert, und der schwere Stein zerbricht in zwei Stücke.
Quellen dieser Geschichte (2)Die Mühle, die das Meer salzig machte
Hendr skulu hvílask,
hallr standa mun,
Lassen wir die Hände ruhen. Dann wird der Mühlstein stillstehen.
„Das Grottilied“ Strophe 17
„Die Sprache der Dichtkunst“Skáldskaparmál
„Das Grottilied“Gróttasöngr


Bildinfos
Kristian Zahrtmann „Jættepigerne Fenja og Menja male guld til Frode Fredegod . 1906“ 1906 Gemeinfrei Bildquelle ansehen
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