Der Fenriswolf und Tyr
Warum verlor Tyr seine rechte Hand?
Nur Tyr fütterte den Fenriswolf, der bei den Göttern heranwuchs. Die Götter versuchten, den Wolf zu fesseln. Doch er zerriss sowohl Läding als auch die noch stärkere Fessel Dromi.
Die Zwerge fertigten Gleipnir an. Laut der „Gylfaginning“ bestand das Band aus dem Geräusch von Katzenschritten, dem Bart einer Frau, den Wurzeln eines Berges, den Sehnen eines Bären, dem Atem eines Fisches und dem Speichel eines Vogels. Die „Edda-Fragmente“ nennen anstelle des Vogelspeichels Vogelmilch.
Das Band war glatt und weich wie Seide. Der Fenriswolf vermutete, dass hinter dem dünnen Band eine List steckte. Als Pfand dafür, dass man ihn nicht täuschen wollte, verlangte er, jemand solle ihm eine Hand ins Maul legen.
Während die anderen Götter zögerten, legte Tyr seine rechte Hand in das Maul des Wolfes. Je heftiger der Fenriswolf sich wehrte, desto enger zog sich das Band zusammen. Er konnte nicht entkommen. Tyr verlor dabei seine rechte Hand: Der Wolf biss sie ihm ab.
Quellen dieser Geschichte (3)Der Fenriswolf und Tyr
Diese Geschichte gehört zur Vorstellung von Lokis Kindern in Kapitel 34 der „Gylfaginning“. Sie steht dort vor der Geschichte vom Mauerbau, doch die zeitliche Reihenfolge der Ereignisse bleibt offen. Auf dieser Website folgt sie passend zur Abfolge der Szenen auf den Mauerbau.
Týr lét fram hönd sína hægri ok leggr í munn úlfinum.
Tyr streckt seine rechte Hand aus und legt sie dem Wolf ins Maul.
„Gylfis Täuschung“ Kapitel 34
„Gylfis Täuschung“Gylfaginning
„Lokis Zankreden“Lokasenna
„Edda-Fragmente“Eddubrot


Bildinfos
Jakob Sigurðsson „SÁM 66, 78v, Fenrir and Týr“ 1765–1766 Gemeinfrei Bildquelle ansehen
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