Originalquelle zu „Lokis Zankreden“

Lokasenna

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Deutsche KI-Übersetzung aus dem Altnordischen mithilfe der englischen Übersetzung.

1

„Sag mir, Eldir,
bevor du auch nur
einen Schritt weitergehst,
worüber hier drinnen
beim Bier sich unterhalten
die Söhne der Siegesgötter.“
Eldir sprach:

2

„Über ihre Waffen reden sie
und über ihre Tapferkeit im Kampf,
die Söhne der Siegesgötter;
von den Asen und Alben,
die hier drinnen sind,
spricht keiner dir ein freundliches Wort.“
Loki sprach:

3

„Hineingehen werde ich
in Ägirs Hallen,
um mir das Gelage anzusehen;
Lärm und Zwietracht
bringe ich den Asensöhnen
und mische ihnen so Unheil in den Met.“
Eldir sprach:

4

„Wisse: Wenn du hineingehst
in Ägirs Hallen,
um dir das Gelage anzusehen,
und Spott und Schmähung
über die gnädigen Götter gießt,
werden sie es an dir abwischen.“
Loki sprach:

5

„Wisse das, Eldir:
Wenn wir beide allein
mit scharfen Worten streiten,
werde ich reich
an Antworten sein,
wenn du zu viel daherredest.“
Darauf ging Loki in die Halle. Als aber die Anwesenden sahen, wer hereingekommen war, verstummten sie alle.
Loki sprach:

6

„Durstig kam ich
zu dieser Halle,
ich, Lopt, nach langem Weg,
um die Asen zu bitten,
dass einer mir gebe
einen köstlichen Trunk Met.

7

Warum schweigt ihr so,
ihr dicht gedrängten Götter,
als könntet ihr nicht sprechen?
Weist mir Sitz und Platz
beim Gelage zu
oder heißt mich von hier fortgehen.“
Bragi sprach:

8

„Sitz und Platz
beim Gelage weisen dir
die Asen niemals zu,
denn die Asen wissen,
welchen Menschen sie
ein herrliches Gelage bereiten sollen.“
Loki sprach:

9

„Erinnerst du dich, Odin,
wie wir in der Urzeit
unser Blut vermischten?
Bier zu trinken,
erklärtest du, würdest du verweigern,
wenn es nicht uns beiden gereicht würde.“
Odin sprach:

10

„Steh also auf, Widar,
und lass den Vater des Wolfes
beim Gelage sitzen,
damit Loki uns nicht
mit Schmähworten bedenkt
hier in Ägirs Halle.“
Da stand Widar auf und schenkte Loki ein. Bevor dieser aber trank, begrüßte er die Asen:

11

„Heil euch Asen,
Heil euch Asinnen
und allen hochheiligen Göttern —
nur jenem einen Asen nicht,
der weiter drinnen sitzt,
Bragi, auf den Bänken.“
Bragi sprach:

12

„Ein Pferd und ein Schwert
gebe ich dir von meinem Gut,
und einen Ring legt Bragi als Buße dazu,
damit du den Asen
keinen Hass entgegenbringst;
errege nicht den Zorn der Götter gegen dich.“
Loki sprach:

13

„An Pferd und Armringen
wird es dir immer,
an beidem, fehlen, Bragi;
von den Asen und Alben,
die hier drinnen sind,
scheust du den Kampf am meisten
und fürchtest Geschosse am stärksten.“
Bragi sprach:

14

„Ich weiß: Wäre ich draußen,
so wie ich jetzt drinnen bin,
vor Ägirs Halle,
deinen Kopf
trüge ich in meiner Hand;
so vergölte ich dir deine Lüge.“
Loki sprach:

15

„Kühn bist du auf deinem Sitz,
doch so handeln wirst du nicht,
Bragi, du Bankzierde;
geh und kämpfe,
wenn du zornig bist;
ein Tapferer überlegt nicht lange.“
Idun sprach:

16

„Ich bitte dich, Bragi,
lass die Verwandtschaft der Kinder gelten
und die aller Wahlsöhne,
sodass du Loki
nicht mit Schmähworten bedenkst
hier in Ägirs Halle.“
Loki sprach:

17

„Schweig, Idun,
ich nenne dich von allen Frauen
die mannstollste,
seit du deine Arme,
die schön gewaschenen,
um den Mörder deines Bruders legtest.“
Idun sprach:

18

„Loki bedenke ich nicht
mit Schmähworten
hier in Ägirs Halle;
Bragi besänftige ich,
den vom Bier erhitzten;
ich will nicht, dass ihr im Zorn miteinander kämpft.“
Gefjon sprach:

19

„Warum müsst ihr beiden Asen
hier drinnen
mit scharfen Worten streiten?
Lopt weiß nicht,
dass man ihn verspottet
und alle Wesen ihn hassen.“
Loki sprach:

20

„Schweig, Gefjon,
jetzt werde ich davon erzählen,
wie dir den Sinn betörte
der helle Jüngling,
der dir ein Halsgeschmeide gab
und über den du deinen Schenkel legtest.“
Odin sprach:

21

„Wahnsinnig bist du, Loki,
und von Sinnen,
dass du Gefjons Zorn gegen dich erregst;
denn die Schicksale der Menschen,
glaube ich, kennt sie alle
genauso genau wie ich.“
Loki sprach:

22

„Schweig, Odin,
du verstandest es niemals,
den Kampf unter den Männern gerecht zu entscheiden;
oft gabst du
denen, denen du ihn nicht geben solltest,
den Feigeren, den Sieg.“
Odin sprach:

23

„Wisse: Wenn ich denen,
denen ich ihn nicht geben sollte,
den Feigeren, den Sieg gab,
so warst du acht Winter
unter der Erde,
als Frau Kühe melkend,
und dort hast du Kinder geboren;
das schien mir weibische Art.“
Loki sprach:

24

„Doch von dir hieß es, du triebst Zauberei
auf Samsö
und schlugst auf einen Deckel wie Seherinnen;
in Zauberergestalt
zogst du durch die Menschenwelt;
das schien mir weibische Art.“
Frigg sprach:

25

„Von euren Schicksalen
solltet ihr niemals
den Menschen erzählen,
was ihr beiden Asen
in der Urzeit getrieben habt;
Vergangenes sollen die Menschen stets ruhen lassen.“
Loki sprach:

26

„Schweig, Frigg,
du bist Fjörgyns Tochter
und bist immer mannstoll gewesen,
als du We und Wili,
du Gattin Widrirs,
beide in deine Arme nahmst.“
Frigg sprach:

27

„Wisse: Hätte ich hier drinnen
in Ägirs Hallen
einen Sohn wie Balder,
kämst du nicht hinaus
von den Asensöhnen,
und man würde dich im Zorn erschlagen.“
Loki sprach:

28

„Du willst also, Frigg,
dass ich noch mehr aufzähle
von meinen Übeltaten:
Ich habe es bewirkt,
dass du seither Balder nicht mehr
zu den Sälen reiten siehst.“
Freyja sprach:

29

„Wahnsinnig bist du, Loki,
dass du eure hässlichen
Schandtaten aufzählst;
alle Schicksale kennt Frigg,
glaube ich,
auch wenn sie selbst nichts sagt.“
Loki sprach:

30

„Schweig, Freyja,
ich kenne dich ganz genau,
an Schande fehlt es dir nicht:
Von den Asen und Alben,
die hier drinnen sind,
ist jeder dein Buhle gewesen.“
Freyja sprach:

31

„Falsch ist deine Zunge;
ich glaube, sie wird dir noch
Unheil herbeisingen;
die Asen zürnen dir
und die Asinnen;
betrübt wirst du heimgehen.“
Loki sprach:

32

„Schweig, Freyja,
du bist eine Hexe
und tief von Bosheit durchdrungen,
seit die gnädigen Götter dich
bei deinem Bruder ertappten;
da hast du, Freyja, gefurzt.“
Njörd sprach:

33

„Das ist wenig schlimm,
wenn eine Frau sich
einen Ehemann nimmt, einen Liebhaber oder beide;
verwunderlich ist vielmehr, dass ein weibischer Ase
hier hereingekommen ist,
der Kinder geboren hat.“
Loki sprach:

34

„Schweig, Njörd,
du wurdest von hier nach Osten
als Geisel zu den Göttern gesandt;
Hymirs Töchter
benutzten dich als Pisstrog
und pissten dir in den Mund.“
Njörd sprach:

35

„Das ist mir ein Trost:
Als ich weit von hier
als Geisel zu den Göttern gesandt war,
zeugte ich einen Sohn,
den niemand hasst
und der als Schirmherr der Asen gilt.“
Loki sprach:

36

»Hör nun auf, Njörd,
halte Maß,
ich werde es nicht länger verhehlen:
Mit deiner Schwester
zeugtest du einen solchen Sohn,
und doch ist er nicht schlechter als zu erwarten.«
Tyr sprach:

37

»Freyr ist der Beste
aller kühnen Reiter
in den Höfen der Asen;
er bringt weder Mädchen zum Weinen
noch die Frau eines Mannes
und löst jeden aus seinen Fesseln.«
Loki sprach:

38

»Schweig, Tyr,
niemals verstandest du es,
zwischen zweien Frieden zu stiften;
an deine rechte Hand
will ich erinnern,
die dir der Fenriswolf abriss.«
Tyr sprach:

39

»Mir fehlt die Hand,
dir aber Hrodwitnir;
beiden bringt die Sehnsucht Leid;
auch dem Wolf geht es nicht gut,
der in Fesseln
auf Ragnarök warten muss.«
Loki sprach:

40

»Schweig, Tyr,
deiner Frau widerfuhr es,
dass sie einen Sohn von mir bekam;
weder eine Elle noch einen Pfennig
erhieltest du je für dieses
Unrecht, du armer Wicht.«
Freyr sprach:

41

»Den Wolf sehe ich liegen
vor der Flussmündung,
bis die Götter untergehen;
als Nächster wirst du,
wenn du jetzt nicht schweigst,
gefesselt, du Unheilschmied.«
Loki sprach:

42

»Mit Gold ließest du
die Tochter Gymirs erkaufen
und gabst so dein Schwert dahin;
doch wenn Muspells Söhne
über den Myrkwid reiten,
weißt du dann nicht, armer Wicht, wie du kämpfen sollst.«
Byggvir sprach:

43

»Weißt du, hätte ich die Herkunft
wie Ingunar-Freyr
und einen ebenso herrlichen Sitz,
feiner als Mark
würde ich diese Unheilskrähe zermahlen
und ihr alle Glieder zerschlagen.«
Loki sprach:

44

»Was ist das für ein kleines Ding,
das ich dort wedeln sehe
und gierig nach Brocken schnappen?
An Freyrs Ohren
wirst du immer hängen
und unter Mühlsteinen klappern.«
Byggvir sprach:

45

»Byggvir heiße ich,
und flink nennen mich
alle Götter und Menschen;
darum bin ich hier stolz,
weil Hrofts Söhne
alle gemeinsam Bier trinken.«
Loki sprach:

46

»Schweig, Byggvir,
niemals verstandest du es,
unter Menschen Speisen auszuteilen,
und im Stroh auf dem Boden
konnte man dich nicht finden,
als die Männer kämpften.«
Heimdall sprach:

47

»Betrunken bist du, Loki,
so sehr, dass du von Sinnen bist,
– warum hörst du nicht auf, Loki? –,
denn übermäßiges Trinken
bringt jeden Menschen dazu,
dass er sein Gerede nicht mehr bedenkt.«
Loki sprach:

48

»Schweig, Heimdall,
dir wurde in der Urzeit
ein elendes Leben bestimmt;
mit nassem Rücken
wirst du immer dastehen
und als Wächter der Götter wachen.«
Skadi sprach:

49

»Leicht ist dir zumute, Loki;
du wirst nicht lange mehr so
mit freiem Schwanz spielen,
denn an einen Felsen
werden dich die Götter mit den Därmen
deines frostkalten Sohnes binden.«
Loki sprach:

50

»Weißt du, wenn mich an einen Felsen
die Götter mit den Därmen
meines frostkalten Sohnes binden,
war ich doch der Erste und Letzte,
der ihm den Tod bereitete,
als wir Thjazi packten.«
Skadi sprach:

51

»Weißt du, wenn du der Erste und Letzte warst,
der ihm den Tod bereitete,
als ihr Thjazi packtet,
sollen aus meinen Heiligtümern
und Gefilden
stets kalte Ratschläge gegen dich kommen.«
Loki sprach:

52

»Freundlicher sprachst du
mit Laufeys Sohn,
als du mich in dein Bett einladen ließest;
an so etwas müssen wir denken,
wenn wir vollständig
unsere Schandtaten aufzählen wollen.«
Da trat Sif vor, schenkte Loki in einem Kristallkelch Met ein und sprach:

53

»Sei nun gegrüßt, Loki,
und nimm den Kristallkelch
voll alten Mets;
lass lieber sie allein
unter den Söhnen der Asen
ohne Makel sein.«
Er nahm das Horn und trank daraus:

54

»Du wärst die Einzige,
wenn du wirklich so wärst,
Männern gegenüber scheu und abweisend;
einen kenne ich,
wie ich sicher zu wissen meine,
der dich zum Ehebruch mit Hlorridi brachte,
und das war der listige Loki.«
Beyla sprach:

55

»Alle Berge beben;
ich glaube, Hlorridi ist
von daheim unterwegs;
er bringt den zur Ruhe,
der hier verleumdet
alle Götter und Menschen.«
Loki sprach:

56

»Schweig, Beyla,
du bist Byggvirs Frau
und tief in Bosheit verstrickt;
ein größeres Scheusal
kam nie unter die Söhne der Asen;
ganz bist du, Magd, mit Kot besudelt.«
Da kam Thor herbei und sprach:

57

»Schweig, du unmännliches Wesen,
mein gewaltiger Hammer,
Mjölnir, soll dir das Reden nehmen;
den Schulterfels
schlage ich dir vom Hals,
und dann ist es mit deinem Leben vorbei.«
Loki sprach:

58

»Jörds Sohn
ist nun hier hereingekommen;
warum drohst du so, Thor?
Doch dann fehlt dir der Mut,
wenn du gegen den Wolf kämpfen sollst
und er den Siegvater ganz verschlingt.«
Thor sprach:

59

»Schweig, du unmännliches Wesen,
mein gewaltiger Hammer,
Mjölnir, soll dir das Reden nehmen;
ich schleudere dich hoch
und weit nach Osten,
danach sieht dich niemand mehr.«
Loki sprach:

60

»Von deinen Fahrten nach Osten
solltest du niemals
Menschen erzählen,
seit du im Daumen eines Handschuhs
kauerte st, du einsamer Held,
und dir damals nicht wie Thor vorkamst.«
Thor sprach:

61

»Schweig, du unmännliches Wesen,
mein gewaltiger Hammer,
Mjölnir, soll dir das Reden nehmen;
mit der rechten Hand
schlage ich dich mit Hrungnirs Töter,
sodass dir jeder Knochen bricht.«
Loki sprach:

62

»Ich gedenke,
noch lange zu leben,
auch wenn du mir mit dem Hammer drohst;
fest schienen dir
Skrymirs Riemen,
und du konntest damals nicht an den Proviant gelangen
und littest trotz aller Gesundheit Hunger.«
Thor sprach:

63

»Schweig, du unmännliches Wesen,
mein gewaltiger Hammer,
Mjölnir, soll dir das Reden nehmen;
Hrungnirs Töter
wird dich zu Hel bringen,
hinab unter die Totengitter.«
Loki sprach:

64

»Ich sagte vor den Asen,
sagte vor den Söhnen der Asen,
wozu mein Sinn mich trieb;
doch vor dir allein
werde ich hinausgehen,
denn ich weiß, dass du zuschlägst.

65

Bier hast du gebraut, Ägir,
doch niemals wirst du
danach noch ein Gelage halten;
über all deinen Besitz,
der hier drinnen ist,
soll die Flamme spielen
und dir den Rücken verbrennen.«
Danach verbarg sich Loki in Lachsgestalt im Wasserfall Franangr. Dort ergriffen ihn die Asen. Er wurde mit den Därmen seines Sohnes Wali gebunden, sein Sohn Narwi aber wurde zu einem Wolf. Skadi nahm eine Giftschlange und befestigte sie über Lokis Gesicht. Gift tropfte aus ihr herab. Sigyn, Lokis Frau, saß dort und hielt eine Waschschüssel unter das Gift. Wenn aber die Waschschüssel voll war, trug sie das Gift hinaus; währenddessen tropfte das Gift auf Loki. Dann zuckte er so heftig zusammen, dass davon die ganze Erde bebte. Das nennt man heute Erdbeben.