1-27„Der Seherin Weissagung“ Strophe 27–30

Mimirs Quelle und Odins Auge

Warum gab Odin eines seiner Augen her?

In „Gylfis Täuschung“ liegt Mimirs Quelle unter der Wurzel des großen Baumes, die sich zu den Riesen hin erstreckt. In dieser Quelle ist Weisheit verborgen. Mimir, dem die Quelle gehört, trinkt ihr Wasser aus einem Horn. Deshalb besitzt er so große Weisheit.

Auch Odin kam zur Quelle und bat um einen Schluck Wasser. Doch ohne Gegenleistung durfte er nicht trinken. Also gab er eines seiner Augen als Pfand. Das war der Preis, den er für einen Trunk aus der Quelle zahlen musste.

In der „Weissagung der Seherin“ kommt Odin zu einer Seherin, die allein dasitzt. Er blickt ihr in die Augen. Die Seherin weiß, dass sein Auge in Mimirs Quelle verborgen ist. Sie erzählt, dass Mimir jeden Morgen Met aus diesem verpfändeten Auge trinkt.

In dem Gedicht heißt es auch, dass Heimdalls Horn unter dem heiligen, hohen Baum verborgen liegt. Odin schenkte der Seherin Ringe und Halsketten. Sie sprach weise Worte und blickte weit über alle Welten.

Bild zu Mimirs Quelle und Odins Auge