Mimirs Quelle und Odins Auge
Warum gab Odin eines seiner Augen her?
In „Gylfis Täuschung“ liegt Mimirs Quelle unter der Wurzel des großen Baumes, die sich zu den Riesen hin erstreckt. In dieser Quelle ist Weisheit verborgen. Mimir, dem die Quelle gehört, trinkt ihr Wasser aus einem Horn. Deshalb besitzt er so große Weisheit.
Auch Odin kam zur Quelle und bat um einen Schluck Wasser. Doch ohne Gegenleistung durfte er nicht trinken. Also gab er eines seiner Augen als Pfand. Das war der Preis, den er für einen Trunk aus der Quelle zahlen musste.
In der „Weissagung der Seherin“ kommt Odin zu einer Seherin, die allein dasitzt. Er blickt ihr in die Augen. Die Seherin weiß, dass sein Auge in Mimirs Quelle verborgen ist. Sie erzählt, dass Mimir jeden Morgen Met aus diesem verpfändeten Auge trinkt.
In dem Gedicht heißt es auch, dass Heimdalls Horn unter dem heiligen, hohen Baum verborgen liegt. Odin schenkte der Seherin Ringe und Halsketten. Sie sprach weise Worte und blickte weit über alle Welten.
Quellen dieser Geschichte (2)Mimirs Quelle und Odins Auge
Die Geschichte von Odins Auge steht in der „Weissagung der Seherin“ und in „Gylfis Täuschung“. In der „Weissagung der Seherin“ folgt sie auf die Geschichte vom Riesen, der die Mauer baut. Auf dieser Website stehen die Erzählungen über Odins Suche nach Weisheit zusammen. Die Geschichte vom Mauerbau folgt hier auf die Entstehung von Mjölnir.
Allt veit ek, Óðinn,
hvar þú auga falt,
Odin, ich weiß genau, wo du dein Auge verborgen hast.
„Der Seherin Weissagung“ Strophe 28
„Der Seherin Weissagung“Völuspá
„Gylfis Täuschung“Gylfaginning


Bildinfos
John Angell James Brindley „Odin at the Brook Mimir“ 1893 Gemeinfrei Bildquelle ansehen
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