6-2„Die Sprache der Dichtkunst“ Kapitel 9–23, 27–30

Wie man die Götter umschreibt

Wie bezeichnet man einen Gott, ohne seinen Namen zu nennen?

„Skáldskaparmál“ erklärt, wie man die Götter nach ihrer Familie, ihrem Besitz oder ihren Taten benennen kann. Thor ist zum Beispiel „der Sohn von Odin und Jörd“. Statt den Namen eines Gottes zu nennen, kann man also sagen, wessen Kind er ist.

Nach seinem Besitz heißt Thor „Besitzer von Mjölnir“. Man kann ihn auch den Besitzer des Gürtels nennen. Andere Bezeichnungen beziehen sich auf seine Gegner, etwa „Bezwinger der Riesen und Riesinnen“.

Die Göttin Idun wird „Bragis Frau“ oder „Hüterin der Äpfel“ genannt. Diese Äpfel bewahren die Götter vor dem Altern. Auch die Bezeichnung „Beute der Riesen“ wird aufgeführt. Sie erinnert daran, dass ein Riese Idun entführt hat.

Eine Göttin lässt sich auch mit dem Namen einer anderen Göttin bezeichnen. Dazu fügt man Wörter hinzu, die auf die Taten, den Besitz oder die Familie der gemeinten Göttin hinweisen. Obwohl ein anderer Name verwendet wird, verraten die ergänzten Wörter, wer gemeint ist.

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