2-35„Die Sprüche des Hohen“ Strophe 111–138

Ratschläge am Brunnen

Wie soll man mit Gästen und Freunden umgehen?

In „Des Hohen Lied“ ist vom Sitz des Erzählers bei Urds Brunnen die Rede. Der Erzähler berichtet, dass er schweigend zusah, über das Gesehene nachdachte und den Worten der Menschen lauschte.

Danach erteilt er Loddfafnir Ratschläge. Zunächst ruft er ihm zu, dass sie ihm nützen werden, wenn er sie beherzigt. Nachts solle er nur aufstehen, um sich umzusehen oder seine Notdurft zu verrichten.

Einen verlässlichen Freund soll man oft besuchen. Denn auf einem Weg, den niemand benutzt, wachsen Gestrüpp und hohes Gras. Außerdem heißt es: Brich eine Freundschaft nicht von dir aus ab. Wer niemandem sein Herz ausschütten kann, dem frisst der Kummer am Herzen. Mit einem törichten Menschen solle man sich nicht auf ein Gespräch einlassen.

Gäste und Reisende soll man nicht verspotten oder auslachen. Niemand sei ohne Fehler, heißt es. Selbst der schlechteste Mensch habe etwas an sich, das anderen nützt. Dann folgt die Mahnung: Beschimpfe keinen Gast und jage ihn nicht fort. Menschen in Not soll man freundlich begegnen.

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