Eine Herberge im Handschuh
Was war die Halle, in der Thor übernachtete, in Wirklichkeit?
Thor und seine Gefährten wanderten durch einen großen Wald. Nach Einbruch der Dunkelheit fanden sie eine Halle zum Übernachten. Ihr Eingang war so breit wie das ganze Gebäude. Um Mitternacht bebte der Boden, und auch die Halle zitterte. Die Gefährten flohen in einen kleinen Seitenraum. Thor blieb mit dem Hammer in der Hand am Eingang stehen.
Am Morgen lag ganz in der Nähe ein riesiger Mann und schlief. Thor begriff, dass der nächtliche Lärm sein Schnarchen gewesen war. Der Mann stellte sich als Skrymir vor und hob seinen Handschuh auf. Die Halle war ein Handschuh gewesen, der kleine Raum sein Daumen.
Sie beschlossen, gemeinsam weiterzureisen. Skrymir packte alle Vorräte in einen einzigen Sack. Am Abend konnte Thor den Knoten des Sacks nicht lösen. Wütend schlug er dem schlafenden Riesen mit dem Hammer auf den Kopf. Der Riese fragte, ob ein Blatt vom Baum gefallen sei.
Um Mitternacht schlug Thor ihm erneut auf den Kopf. Diesmal fragte der Riese, ob eine Eichel heruntergefallen sei. Vor Tagesanbruch schlug Thor ihm mit aller Kraft gegen die Schläfe. Der Hammer drang bis zum Stiel ein. Trotzdem richtete sich der Riese auf und fragte nur, ob ihm ein paar Stückchen von einem Zweig auf den Kopf gefallen seien.
Quellen dieser Geschichte (1)Eine Herberge im Handschuh
afhúsit, þat var þumlungrinn hanzkans.
Der kleine Raum war der Daumen des Handschuhs.
„Gylfis Täuschung“ Kapitel 45
„Gylfis Täuschung“Gylfaginning


Bildinfos
Emil Doepler „Thor bei Skrymir“ 1905 Gemeinfrei Bildquelle ansehen
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