2-33„Die Sprüche des Hohen“ Strophe 53–95

Ein Name, der den Tod überdauert

Was bleibt nach dem Tod bestehen?

„Des Hohen Lied“ rät dazu, mit Maß weise zu sein. Wer so weise ist, dass er alles weiß, hat selten ein frohes Herz. Wer sein eigenes Schicksal nicht im Voraus kennt, kann am ehesten ohne Kummer leben.

Auch von der Freude am Leben ist die Rede. Selbst wer krank ist, hat nicht in allem Unglück. Manche finden Freude an ihren Kindern, andere an ihren Verwandten. Wieder andere freuen sich über ihren Besitz oder darüber, dass ihre Arbeit gelingt.

Doch das Vieh stirbt, die Verwandten sterben, und auch man selbst muss sterben. Wer sich einen guten Ruf erworben hat, dessen Ruhm aber stirbt nicht. Im folgenden Vers heißt es, dass das Urteil über einen Verstorbenen niemals stirbt.

In Liebesdingen warnt das Lied davor, den Worten von Frauen zu vertrauen. Zugleich heißt es, dass auch Männer Frauen täuschen wollen. Außerdem soll man niemandem Vorwürfe machen, weil er verliebt ist. Denn starke Liebe kann selbst einen klugen Menschen zum Narren machen.

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