Originalquelle zu „Das kurze Sigurdlied“

Sigurðarkviða in skamma

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Deutsche KI-Übersetzung aus dem Altnordischen mithilfe der englischen Übersetzung.

1

Einst war es, als Sigurd
Gjuki aufsuchte,
der junge Wölsung,
der Kämpfe bestanden hatte;
er empfing die Treue
zweier Brüder,
Eide schworen einander
die tapferen Helden.

2

Eine Maid boten sie ihm
und viele Kleinode,
die junge Gudrun,
Gjukis Tochter;
sie tranken und hielten Rat
viele Tage gemeinsam,
der junge Sigurd
und Gjukis Söhne.

3

Bis sie auszogen,
um Brynhild zu werben;
Sigurd ritt dabei
in ihrer Begleitung,
der junge Wölsung,
der zu kämpfen verstand;
er hätte sie selbst genommen,
hätte er sie haben können.

4

Sigurd aus dem Süden
legte ein blankes Schwert,
die Klinge mit Zeichen geschmückt,
zwischen sie beide;
er küsste
die Frau nicht,
noch nahm der Hunnenkönig
sie in seinen Arm;
die blutjunge Maid
vertraute er Gjukis Sohn an.

5

Sie wusste in ihrem Leben
von keinem Makel
und in ihrem Wandel
von keinem Fehl,
von keiner Schande, die bestand
oder die sie hätte ahnen können;
doch dazwischen walteten
grausame Schicksalsmächte.

6

Allein saß sie draußen
am Ende des Tages,
und so begann sie,
zu sich selbst zu sprechen:
»Sigurd will ich haben
– oder aber sterben –,
den blutjungen Helden
in meinem Arm.

7

Das Wort habe ich nun gesprochen,
und schon bereue ich es:
Gudrun ist seine Frau,
und ich bin Gunnars;
böse Nornen
schufen uns langes Sehnen.«

8

Oft ging sie im Hause umher,
von Unheil erfüllt,
von Eis und Gletschern,
jeden Abend,
wenn Gudrun und Sigurd
zu Bett gingen
und Sigurd sie
in die Decke hüllte,
der Hunnenkönig
seine geliebte Frau.

9

»Freudlos gehe ich umher,
des Gatten und beider beraubt;
ich muss mir Trost suchen
für meinen grimmigen Sinn.«

10

Dieser Hass trieb sie dazu,
zum Mord zu hetzen:
»Du sollst, Gunnar,
vollständig verlieren,
was mir an Land gehört,
und mich selbst;
niemals werde ich glücklich
mit diesem Fürsten leben.

11

Ich werde zurückkehren,
wo ich früher war,
zu meinen nächsten
Blutsverwandten;
dort werde ich sitzen
und mein Leben verschlafen,
wenn du nicht Sigurd
sterben lässt
und als Fürst
alle anderen überragst.

12

Lassen wir den Sohn
mit dem Vater ziehen;
man soll den jungen Wolf
nicht lange aufziehen.
Welchem Mann wird die Rache
leichter zu schlichten sein,
wenn es zum Vergleich kommt
und der Sohn noch lebt?«

13

Traurig wurde Gunnar
und ließ den Kopf sinken,
in Gedanken versunken
saß er den ganzen Tag;
er wusste
keineswegs klar,
welches Handeln ihm
am ehrenvollsten wäre
oder welches Handeln ihm
am besten bekäme,
denn er wusste, dass er den Wölsung
damit verlieren würde
und Sigurd
schmerzlich vermissen.

14

Dies und jenes erwog er
lange Zeit;
es geschah
nur höchst selten,
dass Frauen ihre
Königswürde aufgaben.
Er ließ Högni
zum vertraulichen Rat rufen;
in ihm hatte er
einen ganz Vertrauten:

15

»Brynhild allein ist mir
mehr wert als alle anderen,
Budlis Tochter,
die Beste der Frauen;
eher werde ich
mein Leben verlieren
als die Schätze
dieser Maid.

16

Willst du mit mir den Fürsten
um seines Schatzes willen verraten?
Gut ist es, über
das Gold des Rheins zu verfügen,
in Zufriedenheit
den Reichtum zu verwalten
und in Ruhe
das Glück zu genießen.«

17

Nur dies gab Högni
ihm zur Antwort:
»Es ziemt uns beiden nicht,
solches zu tun,
mit dem Schwert zu brechen,
was wir an Eiden schworen,
die geschworenen Eide,
die gelobte Treue.

18

Wir kennen auf Erden
keine glücklicheren Männer,
solange wir vier
über das Volk herrschen
und jener hunnische
Schlachten-Balder lebt,
noch eine edlere
Verwandtschaft auf Erden,
wenn wir fünf Söhne
lange aufziehen
und ein edles Geschlecht
vermehren können.

19

Ich weiß genau,
woher diese Wege führen:
Allzu groß sind
Brynhilds Ränke.«
Gunnar sprach:

20

»Wir werden Guthorm
zum Mord bewegen,
den jüngeren Bruder,
den unerfahrenen;
er stand außerhalb
der geschworenen Eide,
der geschworenen Eide,
der gelobten Treue.«

21

Leicht war es, den Rücksichtslosen
zur Tat anzustacheln;
das Schwert stand Sigurd
bis ins Herz.

22

Auf Rache sann
der Kampfesfreudige im Saal
und schleuderte dem
Rücksichtslosen die Waffe nach;
auf Guthorm flog
mit Wucht Grams
hell glänzendes Eisen
aus der Hand des Königs.

23

Sein Feind sank nieder,
in zwei Teile gespalten;
Hände und Kopf
sanken nach einer Seite,
der Teil mit den Füßen
fiel zurück an seinen Platz.

24

Gudrun war eingeschlafen
in ihrem Bett,
frei von Sorgen
an Sigurds Seite;
doch sie erwachte,
ihrer Freude beraubt,
als sie im Blut
von Freyrs Freund schwamm.

25

So heftig schlug sie
ihre Hände zusammen,
dass der Starkherzige
sich im Bett aufrichtete:
»Weine nicht, Gudrun,
so bitterlich,
blutjunge Braut,
deine Brüder leben.

26

Ich habe einen allzu jungen
Erben;
er kann dem Haus der Feinde
nicht entkommen;
sie haben sich
finstere, unheilvolle,
erst jüngst gefasste Pläne
nun zu eigen gemacht.

27

Künftig reitet ihnen,
selbst wenn du sieben gebierst,
kein solcher Schwestersohn
zum Thing.
Ich weiß genau,
was dahintersteckt:
Brynhild allein verursacht
all dieses Unheil.

28

Mich liebte die Maid
mehr als jeden anderen Mann,
doch Gunnar gegenüber
beging ich keinen Verrat;
ich achtete die Verwandtschaft,
die geschworenen Eide,
damit man mich nicht
den Geliebten seiner Frau nannte.«

29

Die Frau stieß einen Seufzer aus,
der König gab sein Leben hin;
so heftig schlug sie
ihre Hände zusammen,
dass die Becher
an der Wand erklangen
und laut aufschrien
die Gänse im Hof.

30

Da lachte Brynhild,
Budlis Tochter,
ein einziges Mal
aus vollem Herzen,
als sie bis an ihr Lager
den schrillen Schrei,
das Weinen
von Gjukis Tochter hörte.

31

Da sprach Gunnar,
der Herr der Krieger:
»Du lachst nicht deshalb,
hasserfüllte Frau,
fröhlich hier im Saal,
weil es dir Gutes verheißt.
Warum verlierst du
die helle Gesichtsfarbe,
du stiftest Unheil?
Ich glaube, dein Tod ist nah.

32

Du hättest es
von allen Frauen am meisten verdient,
dass wir vor deinen Augen
Atli erschlügen,
dass du an deinem Bruder
die blutige Wunde sähest
und seine blutenden Wunden
verbinden müsstest.«
Brynhild sprach:

33

»Niemand spricht dir den Mut ab,
du hast wahrlich genug gemordet;
wenig fürchtet Atli
deinen Zorn;
er wird euch beide
überleben
und stets
der Stärkere sein.

34

Ich werde dir sagen, Gunnar,
– du selbst weißt es genau –,
wie früh ihr schon
auf Unheil sannet;
ich war allzu jung
und keinem Zwang unterworfen,
mit Reichtum wohl versehen
im Hause meines Bruders.

35

Ich wollte nicht,
dass ein Mann mich zur Frau nähme,
bevor ihr Gjukungen
zum Hof geritten kamt,
drei auf Pferden,
mächtige Könige,
obwohl zu eurer Fahrt
kein Anlass bestand.

36

Damals gelobte ich mich jenem
mächtigen König,
der mit dem Gold
auf Granis Rücken saß;
er glich euch nicht
im Blick der Augen
noch in irgendeinem Zug
seiner Gestalt,
auch wenn ihr euch
für mächtige Könige haltet.

37

Und Atli sagte mir
unter vier Augen,
er werde keinen
Besitz mit mir teilen,
weder Gold noch Länder,
wenn ich mich nicht vermählen ließe,
auch keinen Teil
des ererbten Vermögens,
das er mir als kleinem Kind
zu eigen gegeben,
dessen Schätze er mir als kleinem Kind
zugemessen hatte.

38

Da schwankte
mein Sinn darüber,
ob ich kämpfen
und Krieger fällen sollte,
kühn im Panzer,
meinem Bruder zum Trotz;
das wäre dann
weithin bekannt geworden,
vielen Menschen
zu bitterem Herzeleid.

39

Ich ließ unser
Abkommen zustande kommen;
mehr lag mir daran,
die Schätze zu empfangen,
die roten Ringe
des Sohnes Sigmunds;
keines anderen Mannes
Reichtum begehrte ich.

40

Einen allein liebte ich,
nicht immer einen anderen;
keinen wankenden Sinn
hegte die Skögul des Halsgeschmeides;
das alles wird Atli
später erfahren,
wenn er von meinem vollzogenen
Gang in den Tod hört,

41

dass keineswegs
eine wankelmütige Frau
den Mann einer anderen
jemals verführen soll;
dann wird mein Leid
seine Rache finden.“

42

Gunnar erhob sich,
der Herr seiner Gefolgschaft,
und um den Hals der Frau
legte er die Arme;
alle kamen,
einer nach dem anderen,
um sie aus ganzem Herzen
von ihrem Vorhaben abzubringen.

43

Sie stieß jeden
von ihrem Hals zurück,
ließ sich von niemandem
von der langen Reise abbringen.

44

Er begann Högni
zum vertraulichen Rat zu rufen:
„Alle Männer sollen,
so will ich, in die Halle kommen,
deine mit meinen,
– die Not ist jetzt groß –,
um zu sehen, ob sie der Frau
den Gang in den Tod verwehren können,
bis mit der Zeit
ihr Leid vergeht;
dann wollen wir uns
vom Nötigen leiten lassen.“

45

Nur diese eine Antwort
gab Högni:
„Niemand halte sie
von der langen Reise ab,
von der sie niemals
wiedergeboren werden möge;
missraten kam sie
vor die Knie ihrer Mutter,
sie wurde von jeher
zum Unheil geboren,
vielen Menschen
zum Kummer des Herzens.“

46

Missmutig wandte er sich
von seinem Gesprächspartner ab,
dorthin, wo der Baum des Halsgeschmeides
Schätze verteilte.

47

Sie blickte auf all
ihren Besitz,
auf die toten Mägde
und die Frauen der Halle;
sie legte den goldenen Panzer an,
– nichts Gutes lag ihr im Sinn –,
ehe sie sich mit des Schwertes
Schneiden durchbohrte.

48

Sie sank auf der einen Seite
gegen das Kissen
und bedachte, vom Schwert verwundet,
was zu tun sei:

49

„Nun sollen die kommen,
die Gold begehren
und damit ein Andenken
von mir empfangen wollen;
jeder gebe ich
ein reich verziertes Halsgeschmeide,
ein besticktes Tuch und einen Schleier,
helle Gewänder.“

50

Alle schwiegen
bei diesen Worten,
und alle zugleich
gaben sie Antwort:
„Genug sind gestorben,
wir wollen noch leben.
Die Frauen der Halle müssen
sich Ehre erwerben.“

51

Bis nach reiflicher Überlegung
die in Leinen gekleidete Frau,
jung an Jahren,
das Wort erwiderte:
„Ich will keinem Widerstrebenden,
keinem schwer zu Überredenden
um meinetwillen
das Leben nehmen.

52

Doch wird auf euren Gebeinen
weniger Gold
erglänzen,
wenn ihr euch aufmacht,
von Menjas Schätzen beschenkt,
mich aufzusuchen.

53

Setz dich nieder, Gunnar,
ich will dir erzählen
von der hellen Braut,
die keine Hoffnung mehr aufs Leben hat;
euer Schiff wird nicht
ganz sicher schwimmen,
auch wenn ich
mein Leben verloren habe.

54

Du und Gudrun werdet euch versöhnen,
früher, als du glaubst;
die kluge Frau hegt
an der Seite des Königs
trübe Erinnerungen
an den toten Gatten.

55

Dort wird ein Mädchen geboren,
– die Mutter bringt es zur Welt –,
heller wird sie sein
als der klare Tag,
Swanhild,
als die Strahlen der Sonne.

56

Du wirst Gudrun
einem der Edlen zur Frau geben,
ein scharfes Geschoss
gegen die Schar der Krieger;
sie wird gegen ihren Willen
vermählt und ohne Eheglück sein;
Atli wird sie
zur Frau nehmen,
Budlis Sohn,
mein Bruder.

57

An vieles muss ich denken,
wie ihr mit mir verfuhrt,
als ihr mich so schmerzlich
betrogen hattet;
mein Wille wurde mit Füßen getreten,
solange ich lebte.

58

Du wirst Oddrun
zur Frau haben wollen,
aber Atli wird
es dir nicht erlauben;
ihr werdet euch
heimlich umarmen,
sie wird dich lieben,
wie ich es getan hätte,
wenn uns beiden ein günstiges Schicksal
beschieden gewesen wäre.

59

Atli wird dir
Übles antun,
du wirst in einen engen
Schlangenhof geworfen werden.

60

Auch wird es dann
nicht lange mehr dauern,
bis Atli
sein Leben verliert,
sein Glück
und das Leben seiner Söhne,
weil Gudrun ihn
im Bett überfällt,
mit scharfen Schneiden,
aus wundem Herzen.

61

Es ziemte Gudrun,
eurer Schwester, besser,
ihrem ersten Mann
in den Tod zu folgen,
wenn ihr guter Rat
zuteilwürde
oder sie einen Sinn hätte,
der dem meinen gliche.

62

Rasch spreche ich nun,
doch wird sie nicht
um meinetwillen
ihr Leben verlieren;
hohe Wogen
werden sie tragen
zu Jonakrs
ererbtem Land.

63

[Sie wird Kinder gebären,
Hüter des Erbes],
Hüter des Erbes,
Jonakrs Söhne;
sie wird Swanhild
aus dem Land senden,
ihre Tochter
und die Sigurds.

64

Bikkis Ränke
werden sie beißen,
denn Jörmunrek lebt
zum Unheil;
dann ist ganz vergangen
Sigurds Geschlecht;
Gudrun hat dann
noch mehr zu beweinen.

65

Eine einzige Bitte
will ich an dich richten,
– sie wird in dieser Welt
meine letzte Bitte sein –:
Lass den Scheiterhaufen
so breit auf dem Feld errichten,
dass unter uns allen
gleich viel Raum sei,
unter denen, die
mit Sigurd starben.

66

Behängt dort den Scheiterhaufen
mit Wandteppichen und Schilden,
mit schön gefärbten welschen Tüchern
und einer Schar welscher Knechte;
man verbrenne mich an der Seite
des hunnischen Helden.

67

Man verbrenne an der Seite
des hunnischen Helden
meine Diener,
mit Geschmeiden geschmückt:
zwei zu Häupten
und zwei Habichte;
dann ist alles
gleichmäßig verteilt.
68
Zwischen uns beiden liege wieder
der ringgeschmückte Stahl,
das scharfschneidige Eisen,
wie es einst gelegt wurde,
als wir beide
ein Bett bestiegen
und damals
Eheleute hießen.
69
Dann soll ihm nicht
auf die Fersen fallen
die ringgeschmückte,
angelblinkende Hallentür,
wenn ihm mein Gefolge
von hier aus folgt;
unsere Fahrt wird
nicht armselig sein.
70
Denn ihm folgen
fünf Mägde,
acht Diener
von guter Herkunft,
meine im Haus erzogenen Knechte
und mein Vatererbe,
das Budli
seinem Kind gab.
71
Viel habe ich gesagt,
mehr noch würde ich sagen,
wenn mir das Schicksal
mehr Zeit zum Sprechen gäbe;
meine Stimme schwindet,
die Wunden schwellen,
nur Wahres habe ich gesagt,
so will ich sterben.“