Originalquelle zu „Das Rigslied“

Rígsþula

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Deutsche KI-Übersetzung aus dem Altnordischen mithilfe der englischen Übersetzung.

1

Einst, so heißt es, ging
auf grünen Wegen
ein mächtiger, alter,
ein kundiger Ase,
stark und rüstig,
Rig, weit ausschreitend.

2

Weiter ging er dann
mitten auf dem Wege;
er kam zu einem Haus,
die Tür stand im Rahmen;
er trat hinein,
Feuer brannte am Boden;
ein Ehepaar saß dort,
ergraut, am Herd,
Ai und Edda,
sie mit altertümlicher Haube.

3

Rig wusste ihnen
Rat zu geben;
dann setzte er sich
mitten auf die Bank,
zu seinen beiden Seiten
das Ehepaar des Hauses.

4

Da nahm Edda
einen groben Brotlaib,
schwer und dick,
voller Hülsen;
sie trug ihn dann
mitten auf den Tisch,
Brühe war in einer Schüssel,
sie stellte sie auf den Tisch;
gekochtes Kalbfleisch war
die beste der Speisen.

5

Rig wusste ihnen
Rat zu geben;
er erhob sich von dort,
wollte schlafen gehen;
dann legte er sich
mitten in das Bett,
zu seinen beiden Seiten
das Ehepaar des Hauses.

6

Dort blieb er dann
drei Nächte lang,
danach ging er weiter
mitten auf dem Wege;
es vergingen darauf
neun Monate.

7

Edda gebar ein Kind,
sie besprengten es mit Wasser,
von schwärzlicher Haut,
sie nannten es Thräl.

8

Er wuchs heran
und gedieh gut;
an seinen Händen war
die Haut runzlig,
verkrümmt die Knöchel,
dick die Finger,
hässlich das Gesicht,
gebeugt der Rücken,
lang die Fersen.

9

Danach begann er,
seine Kraft zu erproben,
Bast zu binden,
Lasten zu schnüren;
er trug dann nach Hause
Reisig den ganzen Tag.

10

Da kam zum Gehöft
eine mit krummen Beinen,
Schlamm an den Sohlen,
sonnenverbrannt der Arm,
nach unten gebogen die Nase;
sie nannte sich Thir.

11

Mitten auf die Bank
setzte sie sich dann;
neben ihr saß
der Sohn des Hauses;
sie redeten und raunten,
bereiteten ein Bett,
Thräl und Thir,
Tag um Tag.

12

Kinder bekamen sie,
– lebten und waren zufrieden, –
sie hießen, glaube ich,
Hreim und Fjosnir,
Klur und Kleggi,
Kefsir, Fulnir,
Drumb, Digraldi,
Drott und Höswir,
Lut und Leggjaldi;
sie errichteten Zäune,
düngten Äcker,
versorgten Schweine,
hüteten Ziegen,
stachen Torf.

13

Ihre Töchter waren
Drumba und Kumba,
Ökkwinkalfa
und Arinnefja,
Ysja und Ambatt,
Eikintjasna,
Tötrughypja
und Trönubeina.
Von ihnen stammen
die Geschlechter der Knechte.

14

Rig ging darauf
gerade Wege,
er kam zu einer Halle,
die Tür hing in den Angeln;
er trat hinein,
Feuer brannte am Boden,
ein Ehepaar saß dort,
mit Arbeit beschäftigt.

15

Ein Mann behieb dort
Holz für einen Webbaum;
der Bart war gestutzt,
das Haar lag über der Stirn,
eng saß sein Hemd,
eine Truhe stand am Boden.

16

Dort saß eine Frau,
schwang den Spinnrocken,
breitete die Arme aus,
bereitete Gewebe;
ein Band lag um ihren Kopf,
ein Kleid bedeckte die Brust,
ein Tuch lag um ihren Hals,
Spangen auf den Schultern.
Afi und Amma
gehörte das Haus.

17

Rig wusste ihnen
Rat zu geben;
[dann setzte er sich
mitten auf die Bank,
zu seinen beiden Seiten
das Ehepaar des Hauses].

18

[Da nahm Amma]
-- -- --
gekochtes Kalbfleisch war
die beste der Speisen.

19

[Rig wusste ihnen
Rat zu geben;]
er erhob sich vom Tisch,
wollte schlafen gehen;
dann legte er sich
mitten in das Bett,
zu seinen beiden Seiten
das Ehepaar des Hauses.

20

Dort blieb er dann
drei Nächte lang;
es vergingen darauf
neun Monate.

21

Amma gebar ein Kind,
sie besprengten es mit Wasser,
nannten es Karl,
die Frau wickelte es in ein Tuch,
rot und rosig war es,
lebhaft blickten die Augen.

22

Er wuchs heran
und gedieh gut,
lernte Ochsen zu zähmen,
Hakenpflüge zu bauen,
Häuser zu zimmern
und Scheunen zu errichten,
Wagen zu bauen
und den Pflug zu führen.

23

Sie fuhren dann eine heim,
mit Schlüsseln am Gürtel,
im Kleid aus Ziegenfell,
vermählten sie mit Karl;
Snör heißt sie,
sie saß unter dem Brautschleier;
sie lebten als Ehepaar,
teilten Ringe,
breiteten Decken aus
und gründeten einen Hausstand.

24

Kinder bekamen sie,
– lebten und waren zufrieden, –
sie hießen Hal und Dreng,
Höld, Thegn und Smid,
Breid, Bondi,
Bundinskeggi,
Bui und Boddi,
Brattskegg und Segg.

25

Andere hießen
mit diesen Namen:
Snot, Brud, Swanni,
Swarri, Sprakki,
Fljod, Sprund und Wif,
Feima, Ristil.
Von ihnen stammen
die Geschlechter der Bauern.

26

Rig ging von dort
gerade Wege;
er kam zu einem Saal,
nach Süden ging der Eingang,
die Tür stand offen,
ein Ring war am Türpfosten.

27

Er trat darauf ein,
der Boden war bestreut;
ein Ehepaar saß dort,
sah sich in die Augen,
Fadir und Modir,
spielte mit den Fingern.

28

Der Hausherr saß
und drehte eine Sehne,
bog einen Ulmenbogen,
schäftete Pfeile;
die Hausfrau aber
betrachtete ihre Arme,
strich über das Leinen,
zog die Ärmel glatt.

29

Sie trug eine hohe Haube,
eine Spange lag auf der Brust,
lang wallte die Schleppe,
blau gemustert war ihr Gewand;
heller ihre Braue,
lichter ihre Brust,
weißer ihr Hals
als reiner Neuschnee.

30

Rig wusste ihnen
Rat zu geben;
dann setzte er sich
mitten auf die Bank,
zu seinen beiden Seiten
das Ehepaar des Hauses.

31

Da nahm Modir
ein besticktes Tuch,
weiß, aus Flachs,
bedeckte den Tisch;
sie nahm darauf
dünne Brotfladen,
weiß, aus Weizen,
und bedeckte damit das Tuch.

32

Sie stellte gefüllte Schüsseln,
mit Silber beschlagen, auf den Tisch,
mit Speck belegt
und gebratenen Vögeln;
Wein war im Krug,
beschlagen die Becher;
sie tranken und sprachen,
der Tag verging.

33

Rig wusste ihnen
Rat zu geben;
er erhob sich darauf,
bereitete das Bett.
Dort blieb er dann
drei Nächte lang;
danach ging er weiter
mitten auf dem Wege;
es vergingen darauf
neun Monate.

34

Modir gebar einen Knaben,
wickelte ihn in Seide,
sie besprengten ihn mit Wasser,
ließen ihn Jarl heißen;
blond war sein Haar,
hell seine Wangen,
scharf waren seine Augen
wie die einer jungen Schlange.

35

Dort wuchs
Jarl auf den Bänken heran;
er lernte den Schild zu schwingen,
Sehnen aufzulegen,
den Ulmenbogen zu biegen,
Pfeile zu schäften,
den Speer zu schleudern,
Lanzen zu schwingen,
Pferde zu reiten,
Hunde loszulassen,
Schwerter zu ziehen,
sich im Schwimmen zu üben.

36

Da kam aus dem Gehölz
Rig geschritten,
Rig geschritten,
lehrte ihn Runen;
gab ihm seinen Namen,
erklärte ihn zu seinem Sohn;
ihm gebot er, zu erwerben
ererbte Ländereien,
ererbte Ländereien,
uralte Siedlungen.

37

Er ritt dann von dort
durch dunklen Wald,
über bereifte Berge,
bis er zu einer Halle kam;
er schwang den Speer,
schüttelte den Schild,
trieb das Pferd zum Galopp
und zog das Schwert;
er begann Kämpfe,
rötete das Feld,
streckte Krieger nieder,
erstritt sich Land.

38

Er allein gebot darauf
über achtzehn Höfe,
begann Reichtum zu verteilen,
allen zu schenken
Kostbarkeiten und Kleinode,
Pferde mit schlanken Flanken;
er spendete Ringe,
zerhieb einen Armreif.

39

Boten fuhren
auf nassen Wegen,
kamen zu einer Halle,
wo Hersir wohnte;
der hatte eine Tochter
mit schmalen Fingern,
hell und klug,
Erna hieß sie.

40

Sie warben um sie
und fuhren sie heim,
vermählten sie mit Jarl,
sie ging unter dem Brautschleier;
sie lebten zusammen
und waren zufrieden,
mehrten ihr Geschlecht
und genossen das Leben.

41

Bur war der Älteste,
Barn der Zweite,
Jod und Adal,
Arfi, Mög,
Nid und Nidjung,
– sie lernten spielen, –
Son und Svein,
– schwimmen und Brettspiele, –
Kund hieß noch einer,
Kon war der Jüngste.

42

Dort wuchsen heran
die Söhne Jarls,
zähmten Pferde,
bogen Schilde,
schnitzten Geschosse,
schwangen Eschenspeere.

43

Doch der junge Kon
verstand sich auf Runen,
auf Ewigkeitsrunen
und Lebensrunen;
auch verstand er es,
Menschen zu retten,
Schneiden stumpf zu machen,
das Meer zu beruhigen.

44

Er verstand den Vogellaut,
konnte Feuer stillen,
Gemüter in Schlaf wiegen,
Sorgen lindern;
er hatte Kraft und Ausdauer
von acht Männern.

45

Mit Rig Jarl
wetteiferte er in Runen,
wandte Künste an
und wusste mehr;
da erwarb er sich
das Recht und durfte fortan
Rig heißen,
Runen verstehen.

46

Der junge Kon ritt
durch Gebüsch und Wälder,
schleuderte stumpfe Pfeile,
streckte Vögel nieder.

47

Da sprach eine Krähe,
die allein auf einem Zweig saß:
„Warum willst du, junger Kon,
Vögel niederstrecken?
Besser ziemte es dir,
Pferde zu reiten,
[das Schwert zu ziehen]
und ein Heer zu fällen.

48

Dan und Danp besitzen
prächtige Hallen,
edleres Erbland,
als ihr habt;
sie verstehen sich gut darauf,
den Kiel zu reiten,
die Schneide kosten zu lassen,
Wunden aufzureißen.“

49

Heller ihre Braue,
lichter ihre Brust,
weißer ihr Hals
als reiner Neuschnee.

50

Sie lebten als Ehepaar,
teilten Ringe.