Originalquelle zu „Das Hervörlied“

Hervararkviða

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Deutsche KI-Übersetzung aus dem Altnordischen mithilfe der englischen Übersetzung.

1

Ein junges Mädchen traf
in Munarvag
bei Sonnenuntergang
einen Mann bei der Herde.
Der Hirte sprach:
„Wer ist allein
auf die Insel gekommen?
Geh eilends
zur Herberge!“
Hervör sprach:

2

„Ich werde nicht
zur Herberge gehen,
denn ich kenne keinen
der Inselbewohner;
sage mir rasch,
ehe du fortgehst:
Wo sind die Hügel,
die nach Hjörvard heißen?“
Der Hirte sprach:

3

„Frage nicht danach;
weise bist du nicht,
Freund der Wikinger,
du kennst dich hier nicht aus;
gehen wir eilends,
so weit uns die Füße tragen,
draußen ist alles
voll Unheil für Menschen!“
Hervör sprach:

4

„Einen Halsring biete ich dir
als Lohn für die Auskunft;
den Freund der Krieger
wirst du schwerlich abhalten:
Niemand gibt mir
so schöne Kleinode,
so prächtige Ringe,
dass ich nicht ginge.“
Der Hirte sprach:

5

„Töricht scheint mir,
wer hierher kommt,
ein Mensch ganz allein
in finsteren Nächten;
Feuer schweift umher,
Grabhügel öffnen sich,
Erde und Moor brennen;
gehen wir schneller.“
Hervör sprach:

6

„Lassen wir uns nicht schrecken
von solchem Schnauben,
auch wenn auf der ganzen Insel
Feuer brennen;
lassen wir uns nicht
von verstorbenen Männern
so rasch erschüttern;
wir wollen miteinander reden.“

7

Da eilte der Viehhirt
rasch zum Wald,
weit fort von den Worten
dieses Mädchens;
doch unbeugsamer Mut
schwillt in der Brust
Hervörs an
bei solchem Geschehen.
Sie sah nun die Grabhügelfeuer .... und geht zu den Grabhügeln und fürchtet sich nicht; sie schritt durch die Feuer wie durch Rauch, bis sie zum Grabhügel der Berserker kam. Da sprach sie:

8

„Erwache, Angantyr,
Hervör weckt dich,
deine und Swawas
einzige Tochter;
gib mir aus dem Hügel
das scharfe Schwert,
das für Svafrlami
die Zwerge schmiedeten.

9

Hervard, Hjörvard,
Hrani, Angantyr!
Euch alle wecke ich
unter den Wurzeln der Bäume,
mit Helm und Brünne,
mit scharfem Schwert,
mit Schild und Rüstung,
mit blutgerötetem Speer.

10

Ganz und gar seid ihr,
Arngrims Söhne,
ihr unheilvollen Männer,
zu Erde geworden,
wenn keiner
von Eyfuras Söhnen
mit mir sprechen will
in Munarvag.

11

Hervard, Hjörvard,
Hrani, Angantyr!
Euch allen soll es
hinter den Rippen sein,
als würdet ihr in einem
Ameisenhaufen verdorren,
wenn ihr nicht das Schwert herausgebt,
das Dwalin schmiedete;
Toten ziemt es nicht,
eine kostbare Waffe zu verbergen.“
Da antwortet Angantyr:

12

„Hervör, meine Tochter,
warum rufst du so?
Voll unheilvoller Worte
stürzt du dich ins Verderben!
Wahnsinnig bist du geworden
und von Sinnen,
verwirrt im Geist,
weckst tote Männer.

13

Mein Vater begrub mich nicht,
noch andere Verwandte;
Tyrfing hatten die beiden,
die am Leben blieben;
doch zuletzt besaß ihn
nur noch einer.“
Hervör sprach:

14

„Sage mir nur die Wahrheit;
der Ase lasse dich
im Hügel unversehrt,
so wahr du Tyrfing
nicht bei dir hast;
schwer fällt es dir, Angantyr,
deinem einzigen Kind
das Erbe zu geben.“
Angantyr sprach:

15

„Gesunken ist das Tor der Hel,
Grabhügel öffnen sich,
ganz in Flammen
steht der Inselrand;
schrecklich ist draußen
der Anblick ringsum;
eile, Mädchen, wenn du kannst,
zu deinen Schiffen.“
Hervör sprach:

16

„Keine Scheiterhaufen brennen
nachts so heftig,
dass ich vor euren
Feuern erschräke;
dem Mädchen erbebt nicht
des Herzens Brustwehr,
auch wenn es einen Toten
in der Tür stehen sieht.“
Angantyr sprach:

17

„Ich sage dir, Hervör,
– höre noch zu,
weise Tochter –,
was geschehen wird:
Dieser Tyrfing wird,
wenn du es glauben könntest,
dein ganzes Geschlecht,
Mädchen, verderben.

18

Du wirst einen Sohn gebären,
der später
Tyrfing tragen
und seiner Stärke vertrauen wird;
Heidrek werden ihn
die Menschen nennen;
er wird der Mächtigste sein,
der unter dem Sonnenzelt aufwuchs.“
Hervör sprach:

19

„So verfluche ich
euch tote Männer,
dass ihr alle
liegen sollt,
tot bei den Toten,
im Grab vermodert;
gib mir, Angantyr,
aus dem Hügel heraus
das Werk der Zwerge;
es nützt dir nichts, es zu verbergen.“
Angantyr sprach:

20

„Ich nenne dich, junges Mädchen,
keinem Menschen gleich,
da du um Grabhügel
bei Nacht umherstreifst,
mit verziertem Speer
und mit Gotenstahl,
mit Helm und Brünne
vor den Türen der Halle.“
Hervör sprach:

21

„Für einen Menschen
hielt ich mich bisher,
ehe ich beschloss,
eure Säle aufzusuchen;
gib mir aus dem Hügel
den Feind der Brünnen,
den Schilden gefährlichen,
Hjalmars Töter.“
Angantyr sprach:

22

„Unter meinen Schultern liegt
Hjalmars Töter,
ringsum ist er
von Feuer umhüllt;
kein Mädchen weiß ich
irgendwo auf Erden,
das dieses Schwert
in die Hände zu nehmen wagte.“
Hervör sprach:

23

„Ich werde es verwahren
und in die Hände nehmen,
das scharfe Schwert,
wenn ich es haben könnte;
ich fürchte nicht
das brennende Feuer;
sogleich sinken die Flammen,
wenn ich darüberblicke.“
Angantyr sprach:

24

„Töricht ist, Hervör,
dein Sinn,
da du offenen Auges
ins Feuer stürzt;
lieber gebe ich dir
das Schwert aus dem Hügel,
du junges Mädchen;
ich kann es dir nicht verweigern.“
Hervör sprach:

25

„Gut hast du gehandelt,
Spross der Wikinger,
als du mir das Schwert
aus dem Hügel gabst;
mehr, scheint mir, habe ich nun
gewonnen, Fürst,
als wenn ich ganz Norwegen
erlangt hätte.“
Angantyr sprach:

26

„Du weißt nicht,
– unheilvoll sind deine Worte,
Frau mit trügerischen Plänen –,
worüber du dich freuen sollst;
dieser Tyrfing wird,
wenn du es glauben könntest,
dein ganzes Geschlecht,
Mädchen, verderben.“
Hervör sprach:

27

„Ich werde gehen
zum Ross der Wogen;
nun ist die Königstochter
frohen Mutes;
wenig kümmert es mich,
Spross der Fürsten,
wie meine Söhne
später miteinander streiten.“
Angantyr sprach:

28

„Du sollst es besitzen
und dich lange daran freuen;
halte ihn verhüllt,
Hjalmars Töter;
berühre nicht die Schneiden,
Gift ist in beiden;
es bringt dem Menschen den Tod,
schlimmer als jede Krankheit.

29

Leb wohl, Tochter;
gern gäbe ich dir
die Lebenskraft von zwölf Männern,
wenn du es glauben könntest,
Stärke und Ausdauer,
all das Gute,
das Arngrims Söhne
hinter sich ließen.“
Hervör sprach:

30

„Bleibt ihr alle,
– mich verlangt fort –,
unversehrt im Hügel;
von hier will ich rasch hinweg;
am ehesten schien ich mir eben
zwischen den Welten zu sein,
als rings um mich
die Feuer brannten.“