Originalquelle zu „Das Hamdirlied“

Hamðismál

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Deutsche KI-Übersetzung aus dem Altnordischen mithilfe der englischen Übersetzung.

1

Im Morgengrauen keimten
leidvolle Taten,
der Elben freudloser
Tränenjammer;
früh am Morgen
wecken der Menschen Unheil
und all ihre Nöte
aufs Neue den Kummer.

2

Das war nicht heute
und nicht gestern,
lang ist es her,
seit dies geschah,
– wenig ist älter,
noch halb so lang liegt es zurück –,
als Gudrun,
Gjukis Tochter,
ihre jungen Söhne antrieb,
Swanhild zu rächen:

3

„Ihr hattet eine Schwester,
Swanhild hieß sie,
die Jörmunrek
von Pferden zertreten ließ,
von weißen und schwarzen
auf der Heerstraße,
von grauen, gut gezähmten
Rossen der Goten.

4

Ihr steht zurück
hinter den Volkskönigen;
ihr allein lebt noch
von den Zweigen meines Geschlechts.

5

Einsam bin ich geworden
wie die Espe im Wald,
der Verwandten beraubt
wie die Föhre der Zweige,
der Freude entblößt
wie der Baum seines Laubes,
wenn die Zweigverderberin
am warmen Tag kommt.“

6

Da sprach Hamdir,
der Hochgemute:
„Wenig hättest du damals, Gudrun,
Högnis Tat gelobt,
als sie Sigurd
vom Schlaf erweckten;
du saßest im Bett,
und die Mörder lachten.

7

Deine blütenweißen Decken,
von kundigen Händen
kunstvoll gewebt,
schwammen im Blut deines Mannes;
da starb Sigurd,
du saßest bei dem Toten,
an Freude dachtest du nicht:
So wollte es Gunnar.

8

Atli glaubtest du zu treffen
mit Erps Ermordung
und mit Eitils Tod;
dir selbst war es noch schlimmer.
So sollte jeder den andern
mit dem scharf verwundenden Schwert
in den Tod schicken,
dass er sich selbst kein Leid zufügt.“

9

Da sprach Sörli
– klug war sein Sinn –:
„Ich will mit meiner Mutter
keine Worte wechseln;
an Worten scheint es
euch beiden nicht zu fehlen.
Was verlangst du nun, Gudrun,
das du nicht mit Tränen erkaufst?

10

Beweine deine Brüder
und deine lieben Söhne,
die nächsten Verwandten,
die man dem Kampf zuführte;
auch uns beide sollst du, Gudrun,
beweinen,
die wir hier todgeweiht auf Rossen sitzen:
Fern von hier werden wir sterben.“

11

Sie gingen aus dem Hof,
bereit, ihren Zorn zu zeigen;
die Jungen zogen
über taubenetzte Berge
auf hunnischen Rossen,
den Mord zu rächen.

12

Auf der Straße trafen sie
den Mann voll kühner Pläne:
„Wie soll der kleine Braune
uns helfen?“

13

Der von anderer Mutter antwortete,
er werde seinen Verwandten
so Hilfe leisten
wie ein Fuß dem andern.
„Was kann ein Fuß
dem andern helfen
oder die am Leib gewachsene
Hand der andern?“

14

Da sprach Erp
ein einziges Mal
– stolz bewegte er sich
auf dem Rücken des Rosses –:
„Schwer ist es, einem feigen Mann
den Weg zu weisen.“
Sie sagten, der Bastard
sei gar zu dreist.

15

Sie zogen aus den Scheiden
das Eisen der Scheiden,
die Schneiden der Schwerter,
der Riesin zur Freude;
sie minderten ihre Kraft
um ein Drittel,
ließen den jungen Mann
zur Erde sinken.

16

Sie schüttelten die Pelzmäntel,
befestigten die Schwerter,
und die Hochgeborenen
hüllten sich in kostbare Seide.

17

Vor ihnen lagen Wege,
sie fanden Unheilspfade
und den Schwestersohn,
verwundet am Baum,
am windkalten Galgen
westlich des Hofes;
stets regte sich der Kraniche Köder,
zum Verweilen war ihnen nicht zumute.

18

Lärm war in der Halle,
die Männer vom Bier vergnügt,
und auf die Rosse
achteten sie nicht,
bis ein beherzter Mann
ins Horn stieß.

19

Boten gingen,
Jörmunrek zu melden,
man habe Männer
unter Helmen gesehen:
„Überlegt euch einen Rat,
Mächtige sind gekommen;
mächtigen Männern habt ihr
die Schwester zertreten lassen.“

20

Da lachte Jörmunrek,
strich mit der Hand über den Schnurrbart,
verlangte keine Brünne,
zeigte sich kampflustig beim Wein;
er schüttelte sein braunes Haar,
sah auf den weißen Schild,
ließ in seiner Hand
den goldenen Becher kreisen.

21

„Glücklich würde ich mich schätzen,
wenn ich Hamdir und Sörli
hier sehen könnte
in meiner Halle;
die Söhne würde ich dann binden
mit Bogensehnen,
Gjukis edle Kinder
am Galgen aufhängen.“

22

Da sprach Hrodglöd,
sie stand auf den Stufen;
die Schlankfingrige sprach
zu diesem Sohn:
-- -- --
„Darum versprecht dies,
dass es euch nicht schaden möge;
zwei Männer allein können
zehnhundert Goten
binden oder erschlagen
in der hohen Burg.“

23

Kampf erhob sich im Saal,
Bierschalen zersprangen,
im Blut lagen die Männer,
das aus Gotenbrüsten geflossen war.

24

Da sprach Hamdir,
der Hochgemute:
„Du hast dich, Jörmunrek,
nach unserer Ankunft gesehnt,
nach uns Brüdern von einer Mutter
in deiner Burg;
deine Füße siehst du,
deine Hände siehst du,
Jörmunrek, geworfen
ins heiße Feuer.“

25

Da schnaubte
der götterstämmige
Herrscher in der Brünne,
wie ein Bär schnaubt:
„Bewerft die Männer mit Steinen,
da Speere nicht beißen,
noch Schneiden oder Eisen
Jonakrs Söhne verletzen.“

26

Da sprach Hamdir,
der Hochgemute:
„Unheil hast du gestiftet, Bruder,
als du diesen Balg öffnetest;
oft kommen aus diesem Balg
unheilvolle Ratschläge.“
Sörli sprach:

27

„Mut hättest du, Hamdir,
wenn du auch Verstand hättest;
viel fehlt jedem Mann,
dem es an Einsicht fehlt!“
Hamdir sprach:

28

„Ab wäre nun das Haupt,
wenn Erp noch lebte,
unser kampfkühner Bruder,
den wir unterwegs erschlugen,
der streitbare Mann
– mich trieben die Disen –,
der kampfgeweihte Held
– sie trieben mich zum Mord –.“
Sörli sprach:

29

„Ich meine, uns ziemt es nicht,
dem Beispiel der Wölfe zu folgen,
dass wir einander selbst bekämpfen
wie die Hunde der Nornen,
die gierig
in der Einöde aufgewachsen sind.

30

Gut haben wir gekämpft,
stehen auf erschlagenen Goten,
den schwertmüden Toten,
wie Adler auf Zweigen;
großen Ruhm haben wir gewonnen,
ob wir nun oder gestern sterben sollen;
keinen Abend lebt ein Mensch
über den Spruch der Nornen hinaus.“

31

Dort fiel Sörli
am Giebel des Saales,
und Hamdir sank
hinter dem Haus nieder.
Dies wird das alte Hamdirlied genannt.