Originalquelle zu „Das Hlödlied“

Hlöðskviða

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Deutsche KI-Übersetzung aus dem Altnordischen mithilfe der englischen Übersetzung.

1

Einst, so hieß es, herrschte Humli
über die Hunnen,
Gissur über die Gauten,
über die Goten Angantyr,
Valdar über die Dänen,
über die Welschen aber Kiar,
Alrek der Kühne
über das englische Volk.

2

Hlöd wurde dort geboren
im Hunnenland,
mit Sax und Schwert,
mit langem Panzerhemd,
mit ringumsäumtem Helm,
mit scharfer Klinge,
mit wohlgezähmtem Ross
im heiligen Wald.

3

Hlöd ritt von Osten,
Heidreks Erbe;
er kam zum Hof,
wo die Goten wohnen,
nach Arheim,
um sein Erbe zu fordern;
dort hielt Angantyr
den Leichenschmaus für Heidrek.

4

Einen Mann fand er draußen
vor dem hohen Saal,
und den weitgereisten
sprach er dann an:
»Geh hinein, Mann,
in den hohen Saal,
bitte Angantyr für mich,
mit mir zu sprechen.«
Der Mann trat vor den Tisch des Königs, grüßte König Angantyr freundlich und sprach dann:

5

»Hier ist Hlöd gekommen,
Heidreks Erbe,
dein Bruder,
der kampfkühne;
stattlich ist der junge Mann
auf dem Rücken des Rosses;
er will nun, König,
mit dir sprechen.«

6

Lärm erhob sich in der Halle,
man stand mit den Edlen auf;
jeder wollte hören,
was Hlöd sagte
und was Angantyr
zur Antwort gab.
Da sprach Angantyr:

7

»Sei willkommen, Hlöd,
Heidreks Erbe,
mein Bruder,
komm, setz dich auf die Bank;
trinken wir Heidrek
wohlgesinnt zu,
unserem Vater,
dem ersten unter den Männern,
Wein oder Met,
was dir lieber ist.«
Da sprach Hlöd:

8

»Zu anderem Zweck,
als Bier zu trinken,
sind wir hierhergekommen
[aus dem Hunnenland];
ich nehme, König,
deinen Trank nicht an.

9

Die Hälfte will ich von allem,
was Heidrek besaß,
von Ahle und Speerspitze,
vom ganzen Schatz,
von Kuh und Kalb,
von der rauschenden Mühle,
von Magd und Knecht
und ihren Kindern;

10

jenen berühmten Wald,
den man Myrkwid nennt,
jenes heilige Grab,
das im Gotenland liegt,
jenen schönen Stein,
der an den Ufern des Danpr steht,
die Hälfte der Heeresburgen,
die Heidrek besaß,
der Länder und Leute
und der glänzenden Ringe.«
Angantyr sprach:

11

»Eher wird, Bruder,
der glänzend weiße Schild zerbrechen
und der kalte Speer
auf den anderen treffen,
und mancher Mann
ins Gras sinken,
als dass ich Tyrfing
in zwei Teile teile
oder dir, Humlis Spross,
das halbe Erbe lasse.
12
Ich will dir anbieten
blanke Speere,
Vieh und viele Kleinodien,
wie du sie dir am meisten wünschst;
zwölfhundert Männer gebe ich dir,
zwölfhundert Rosse gebe ich dir,
zwölfhundert Krieger gebe ich dir,
die den Schild tragen.

13

Jedem Mann gebe ich
vieles zum Geschenk,
Besseres noch
als das, was er besitzt;
eine Jungfrau gebe ich jedem
Mann zum Geschenk,
einen Halsring lege ich jeder
Jungfrau um den Hals.

14

Sitzend will ich dich
mit Silber aufwiegen,
und wenn du gehst,
dich mit Gold überschütten,
sodass nach allen Seiten
Ringe rollen;
über ein Drittel des Gotenlandes –
darüber sollst du herrschen.«
Gissur der Greutunge, der Ziehvater König Heidreks, war damals bei König Angantyr. Er war schon sehr alt. Als er Angantyrs Angebot hörte, schien es ihm, dass er zu viel bot, und er sprach:

15

»Das kann ein Kind
einer Magd wohl annehmen,
ein Kind einer Magd,
auch wenn es einem König geboren ist;
der Bastard saß damals
auf einem Hügel,
als der Edeling
das Erbe teilte.«
Hlöd wurde nun sehr zornig, weil er als Magdkind und Bastard bezeichnet wurde, falls er das Angebot seines Bruders annähme. Er wandte sich sogleich mit all seinen Männern ab und zog heim ins Hunnenland zu König Humli, seinem Verwandten. Er berichtete ihm, sein Bruder Angantyr habe ihm die Teilung in zwei gleiche Hälften verweigert.
Humli erfuhr nun ihr ganzes Gespräch. Er wurde sehr zornig, dass Hlöd, der Sohn seiner Tochter, Sohn einer Sklavin heißen sollte, und sprach:

16

»Wir wollen den Winter über hier bleiben
und ein gutes Leben führen,
trinken und über
köstliche Tränke urteilen,
die Hunnen lehren,
Kriegswaffen zu rüsten,
die wir kühn
in den Kampf tragen werden.

17

Gut wollen wir dir, Hlöd,
ein Heer rüsten
und tapfer
deine Scharen stärken;
mit zwölfjährigen Knaben
und zweijährigen Fohlen,
so soll der Hunnen
Heer gesammelt werden.«
Diesen Winter blieben Humli und Hlöd in Ruhe daheim. Im Frühjahr sammelten sie ein so großes Heer, dass das Hunnenland danach von wehrfähigen Männern völlig entblößt war. …
Als dieses Heer versammelt war, ritten sie durch den Wald, der Myrkwid heißt und das Hunnenland vom Gotenland trennt. Als sie aus dem Wald kamen, lagen dort große Siedlungen und ebene Felder. Auf den Feldern stand eine schöne Burg; dort geboten Hervör, die Schwester König Angantyrs, und ihr Ziehvater Ormar. Sie waren dort eingesetzt, um das Land gegen das Heer der Hunnen zu schützen, und hatten eine große Streitmacht bei sich.
Eines Morgens bei Sonnenaufgang stand Hervör auf einem Turm über dem Burgtor. Sie sah südwärts zum Wald hin große Staubwolken von Pferden aufsteigen, die lange Zeit die Sonne verdeckten. Dann sah sie unter dem Pferdestaub etwas glänzen, als sähe sie lauter Gold: schöne, mit Gold beschlagene Schilde, vergoldete Helme und blanke Panzerhemden. Da erkannte sie, dass dies das Heer der Hunnen war, eine gewaltige Menge. Hervör ging eilends hinunter, rief den Hornbläser und befahl ihm, das Heer zusammenzublasen. Dann sprach Hervör: »Nehmt eure Waffen und rüstet euch zur Schlacht. Du aber, Ormar, reite den Hunnen entgegen und biete ihnen vor dem südlichen Burgtor die Schlacht an.« Ormar sprach:

18

»Gewiss werde ich reiten
und den Schild tragen,
– – –
für das Volk der Goten
den Kampf zu führen.«
Da ritt Ormar aus der Burg dem Heer entgegen. Er rief laut und forderte sie auf, zur Burg zu reiten – »und draußen vor dem Burgtor, südwärts auf dem Feld – dort biete ich euch die Schlacht an. Wer zuerst kommt, soll dort auf die anderen warten.«
Nun ritt Ormar zur Burg zurück; Hervör und das ganze Heer waren bereits gerüstet. Sie ritten nun mit dem Heer aus der Burg den Hunnen entgegen, und es begann eine gewaltige Schlacht. Weil die Hunnen aber ein weit größeres Heer hatten, trafen die Verluste vor allem Hervörs Leute. Schließlich fiel Hervör und mit ihr eine große Schar rings um sie.
Als Ormar sie fallen sah, floh er mit allen, die mit dem Leben davonkamen. Ormar ritt Tag und Nacht, so schnell er konnte, zu König Angantyr nach Arheim. …
Als Ormar vor König Angantyr trat, sprach er:

19

»Von Süden bin ich gekommen,
diese Kunde zu bringen:
Verbrannt ist die ganze berühmte
Heide von Myrkwid,
bespritzt das ganze Gotenland
mit dem Blut der Männer.

20

Ich weiß, dass Heidreks Tochter
[vor den Schwertschneiden],
deine Schwester,
zur Erde sank;
die Hunnen haben
sie erschlagen
und viele andere
eurer Gefolgsleute.

21

Leichter fiel es ihr, in den Kampf zu ziehen,
als mit einem Freier zu sprechen
oder zur Bank zu schreiten
beim Brautgang.«
Als König Angantyr dies hörte, zuckten seine Lippen, und lange fand er keine Worte. Schließlich sprach er:

22

»Unbrüderlich hat man dich behandelt,
du treffliche Schwester!«
Dann blickte er über sein Gefolge, und er hatte nicht viele Leute bei sich. Da sprach er:
»Sehr viele waren wir,
als wir Met tranken;
nun sind wir weniger,
da wir mehr sein sollten.

23

Keinen Mann sehe ich
in meinem Heer,
selbst wenn ich darum bäte
und ihn mit Ringen entlohnte,
der reiten würde
und den Schild tragen,
um das Heer
der Hunnen aufzusuchen.«
Gissur der Alte sagte:

24

»Ich werde von dir keinen
Pfennig fordern
noch einen schallenden
Kormoran aus Gold;
doch werde ich reiten
und den Schild tragen,
den Völkern der Hunnen
den Kriegsstab bringen.«
… Gissur legte gute Kriegswaffen an und sprang auf sein Pferd, als wäre er jung. Dann sprach er zum König:

25

»Wo soll ich den Hunnen
den Kampf ansagen?«
Angantyr sprach:

26

»Sag ihn bei Dylgja an
und auf der Dunheide
und bei den alten
Jassarbergen;
dort haben die Goten oft
Schlachten geschlagen
und ruhmreich
einen schönen Sieg errungen.«
Nun ritt Gissur fort, bis er zum Heer der Hunnen kam. Er ritt nur so nahe heran, dass er mit ihnen sprechen konnte. Dann rief er mit lauter Stimme und sprach:

27

»Angst ist in eurem Heer,
dem Tod geweiht ist euer Herrscher,
über euch ragt das Kriegsbanner,
Odin zürnt euch.

28

Ich biete euch bei Dylgja
und auf der Dunheide
die Schlacht unter
den Jassarbergen an;
möget ihr als Leichen liegen
an jedem Hügel,
und möge Odin den Speer so fliegen lassen,
wie ich es hier bestimme.«
Als Hlöd Gissurs Worte gehört hatte, sprach er:

29

»Ergreift Gissur,
den Greutungen,
Angantyrs Mann,
der aus Arheim gekommen ist.«
König Humli sagte:
»Wir wollen Boten
kein Leid antun,
die allein
unterwegs sind.«
Gissur stieß nun seinem Pferd die Sporen in die Seiten und ritt zu König Angantyr. … Angantyr fragte, wie groß das Heer der Hunnen sei. Gissur sprach: »Groß ist ihre Menge:

30

Sechs sind es allein
an Heeresabteilungen,
in jeder Abteilung
fünf Tausendschaften,
in jeder Tausendschaft
dreizehn Hundertschaften,
in jeder Hundertschaft
die Männer vierfach gezählt.«
Angantyr erkundigte sich nun nach dem Heer der Hunnen. Dann sandte er Männer in alle Richtungen aus und rief jeden zu sich, der ihm Beistand leisten wollte und Waffen führen konnte. Darauf zog er mit seinen Leuten auf die Dunheide, und es war ein sehr großes Heer. Dort kam ihm das Heer der Hunnen entgegen, und sie hatten halb so viele Leute mehr.
Am nächsten Tag begannen sie die Schlacht und kämpften den ganzen Tag; am Abend kehrten sie in ihre Heerlager zurück. So kämpften sie acht Tage lang. Die Heerführer waren noch unversehrt, doch niemand wusste, wie viele Männer gefallen waren. Aber Tag und Nacht strömten Angantyr aus allen Richtungen Leute zu, und so kam es, dass er nicht weniger Krieger hatte als zu Beginn. Nun wurde die Schlacht noch heftiger. Die Hunnen kämpften mit aller Kraft, denn sie sahen, dass ihre einzige Hoffnung auf Leben im Sieg lag und dass es schwer sein würde, die Goten um Schonung zu bitten. Die Goten verteidigten ihre Freiheit und ihr Heimatland gegen die Hunnen, standen deshalb fest und feuerten einander an. Als der Tag fortschritt, griffen die Goten so heftig an, dass die Schlachtreihen der Hunnen vor ihnen wichen. Als Angantyr dies sah, trat er aus der Schildburg nach vorn in die vorderste Schlachtreihe, hielt Tyrfing in der Hand und hieb Männer und Pferde nieder. Da wurde die Schildburg vor den Hunnenkönigen durchbrochen, und die Brüder tauschten Hiebe aus. Dort fielen Hlöd und König Humli, und nun ergriffen die Hunnen die Flucht, doch die Goten erschlugen sie. … König Angantyr ging darauf über das Schlachtfeld, um die Gefallenen zu mustern, und fand seinen Bruder Hlöd. Da sprach er:

31

»Ich bot dir, Bruder,
ungeschmälerte Schätze,
Vieh und viele Kleinodien,
wie du sie dir am meisten wünschtest;
nun hast du weder
als Lohn der Schlacht
glänzende Ringe
noch irgendein Land.

32

Ein Fluch liegt auf uns, Bruder,
zu deinem Töter bin ich geworden;
das wird ewig fortleben;
böse ist das Urteil der Nornen.«