Originalquelle zu „Heidreks Rätsel“

Heiðreksgátur

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Deutsche KI-Übersetzung aus dem Altnordischen mithilfe der englischen Übersetzung.

1

„Haben wollte ich das,
was ich gestern hatte;
finde heraus, was es war:
der Menschen Schwächer,
der Worte Hemmer
und der Worte Erwecker.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Man gebe ihm Bier. Das schwächt den Verstand vieler Menschen. Manche werden davon redselig, anderen aber verwickelt sich die Zunge.“
Gestumblindi sprach:

2

„Von Hause ging ich,
von Hause trat ich die Reise an,
Wege sah ich auf meinem Weg;
ein Weg war darunter
und ein Weg darüber
und Wege nach allen Seiten.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Du gingst über eine Brücke, und unter ihr verlief der Weg des Flusses; Vögel flogen über deinem Kopf und zu beiden Seiten von dir: Das war ihr Weg. Du sahst einen Lachs im Fluss, und das war sein Weg.“
Gestumblindi sprach:

3

„Was war das für ein Trank,
den ich gestern trank?
Weder Wein noch Wasser war es,
weder Met noch Bier,
noch irgendeine Speise;
doch ging ich ohne Durst von dort.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Du legtest dich in den Schatten und kühltest deine Lippen am Tau. Wenn du aber der Gestumblindi bist, für den ich dich hielt, dann bist du klüger, als ich dachte; denn ich habe unverständige Worte von dir gehört, nun aber werden sie allmählich weise.“
„Es ist zu erwarten, dass mir bald nichts mehr einfällt“, sagt Gestumblindi, „doch möchte ich, dass Ihr noch weiter zuhört:

4

Wer ist der Lauttönende,
der harte Wege geht
und sie schon früher gegangen ist,
der sehr fest küsst
und zwei Münder hat
und auf Gold allein geht?
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Das ist der Hammer des Goldschmieds, mit dem das Gold geschlagen wird. Er klingt laut, wenn er auf den harten Amboss trifft, und das ist sein Weg.“
Gestumblindi sprach:

5

„Wer ist der Gewaltige,
der über die Erde zieht,
Wasser und Sümpfe verschlingt,
den Sturm fürchtet,
doch die Menschen nicht
und gegen die Sonne streitet?
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Das ist der Nebel. Seinetwegen sieht man die Sonne nicht, doch er verschwindet sogleich, wenn Wind aufkommt, und die Menschen können nichts gegen ihn ausrichten; er erstickt den Sonnenschein. Doch mit List trägst du solche Rätsel und dunklen Worte vor, wer immer du bist.“
Gestumblindi sprach:

6

„Wer ist der Gewaltige,
der über vieles gebietet
und zur Hälfte nach Hel blickt,
die Menschen rettet,
doch mit der Erde ringt,
wenn er einen treuen Freund hat?
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Das ist ein Anker mit einem dicken, starken Tau. Er hält manches Schiff in seiner Gewalt. Mit einer seiner Spitzen greift er in die Erde, und diese weist nach Hel; er rettet viele Menschen. Doch sehr staune ich über deine Wortgewandtheit und Klugheit.“
Gestumblindi sprach: „Nun gehen auch mir die Rätsel beinahe aus, doch jeder hängt begierig am Leben.

7

Wer bewohnt hohe Berge,
wer fällt in tiefe Täler,
wer lebt ohne Atem,
wer schweigt niemals?
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Der Rabe wohnt stets auf hohen Bergen, der Tau fällt stets in tiefe Täler, der Fisch lebt ohne Atem, und der rauschende Wasserfall schweigt niemals.“
„Nun wird es schwierig werden“, sagt Gestumblindi, „und ich weiß jetzt nicht, was mir noch einfällt.

8

Was ist das für ein Wunder,
das ich draußen sah
vor Dellings Türen?
Mit seinem Kopf
weist es nach Hel,
doch seine Füße kehrt es zur Sonne.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Das ist der Lauch. Sein Kopf weist in die Erde, seine Blätter aber in die Luft.“
Gestumblindi sprach:

9

„Was ist das für ein Wunder,
das ich draußen sah
vor Dellings Türen?
Zwei Rastlose,
ohne Atem,
brachten den Wundenlauch zum Sieden.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Das sind Schmiedebälge. Sie haben Wind, aber keinen Atem.“
Gestumblindi sprach:

10

„Was ist das für ein Wunder,
das ich draußen sah
vor Dellings Türen?
Weiße Flieger
schlagen auf Steinplatten,
doch schwarze graben sich in den Sand.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Nun werden die Rätsel geringfügiger; das sind Hagel und Regen, denn der Hagel schlägt auf das Pflaster, während die Regentropfen im Sand versinken und in die Erde dringen.“
Gestumblindi sprach:

11

„Was ist das für ein Wunder,
das ich draußen sah
vor Dellings Türen?
Einen schwarzen Eber
sah ich im Kot waten,
doch standen ihm keine Borsten auf dem Rücken.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Das ist ein Mistkäfer; nun wird wahrlich allerlei hervorgeholt, wenn Mistkäfer zum Gegenstand der Fragen mächtiger Männer werden.“
Gestumblindi antwortet: „Aufschub ist das Beste im Unglück, doch mancher Mensch will nach Größerem suchen, und dabei übersieht so mancher etwas. Auch ich sehe nun, dass man jeden Ausweg suchen muss.

12

Was ist das für ein Wunder,
das ich draußen sah
vor Dellings Türen?
Zehn Zungen hat es,
zwanzig Augen,
vierzig Füße;
rasch läuft dieses Wesen.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Du sahst eine Sau, und in ihr waren neun Ferkel.“ Da ließ der König die Sau töten, und in ihr waren neun Ferkel, wie Gestumblindi gesagt hatte.
Da sprach der König: „Nun weiß ich nicht, ob hier nicht weise Mächte mitwirken, und ich weiß nicht, was für ein Mensch du bist.“
Gestumblindi antwortet: „Ich bin so, wie du mich sehen kannst, und gern möchte ich mein Leben geschenkt bekommen und von diesen Prüfungen frei sein.“
Der König antwortet: „Du sollst Rätsel vortragen, bis dir keine mehr einfallen oder ich sie nicht mehr lösen kann.“
Gestumblindi sprach:

13

„Was ist das für ein Wunder,
das ich draußen sah
vor Dellings Türen?
Hoch oben fliegt es,
der Ulmenbogen klingt schrill;
hart sind sie, Herrscher?
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Das ist ein Pfeil“, sagt der König.
Gestumblindi sprach:

14

„Was ist das für ein Wunder,
das ich draußen sah
vor Dellings Türen?
Acht Füße hat es,
doch vier Augen;
es trägt die Knie höher als den Bauch.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
Der König sprach: „Nun ist es beides: Du trägst den Hut tief herabgezogen und siehst darunter doch mehr als die meisten anderen Menschen, da du an jedes Krabbelwesen der Erde denkst. Das aber ist eine Spinne.“
Gestumblindi sprach:

15

„Was ist das für ein Wunder,
das ich draußen sah
vor Dellings Türen?
Den Menschen leuchtet es,
doch Flamme verschlingt es,
und Wölfe wetteifern stets darum.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Das ist die Sonne. Sie erhellt alle Länder und scheint über alle Menschen; Skalli und Hatti heißen die Unholde, das sind Wölfe, und der eine läuft vor der Sonne, der andere hinter ihr.“
Gestumblindi sprach:

16

„Was ist das für ein Wunder,
das ich draußen sah
vor Dellings Türen?
Härter als Horn,
schwärzer als ein Rabe,
gerader als ein Schaft,
weißer als die Eihaut?
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Du sahst einen Obsidian, der in einem Haus lag, und ein Sonnenstrahl schien darauf. Oder kannst du Rätsel nicht anders vortragen, als immer denselben Anfang zu nehmen, obwohl du mir ein kundiger Mann zu sein scheinst?“
Da sprach Gestumblindi:

17

„Es trugen Frauen
mit hellem Haar,
zwei Mägde,
Bier zur Kammer;
weder war es mit Händen geformt
noch mit dem Hammer geschlagen;
doch ist draußen vor den Inseln
kräftig, wer das Gefäß schuf.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist erraten:
Das sind zwei Eiderenten, die Eier legen. Die Eier sind weder mit dem Hammer noch mit Händen gemacht, doch die Dienstmägde trugen das Bier in der Eierschale.“
Gestumblindi sprach: „Nach Hilfe muss suchen, wer ein kleines Messer hat und sehr wenig weiß, und gern möchte ich noch mehr sagen, oder

18

Welche Frauen sind das
auf dem gewaltigen Berg?
Eine Frau gebiert mit einer Frau,
eine Jungfrau mit einer Jungfrau
zeugt einen Sohn,
und keine hat einen Mann?
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Das sind zwei Bergengelwurzen beieinander, und zwischen ihnen wächst ein junger Engelwurztrieb auf.“
Gestumblindi sprach:

19

„Welche Frauen sind das,
die um ihren Herrn
waffenlos kämpfen?
Die Braunen beschützen ihn
alle Tage,
doch die Helleren fordern ihn heraus.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Das ist das Hnefataflspiel. Die Spielsteine schlagen einander waffenlos um den Königsstein, und die roten stehen ihm bei.“

20

„Welche Mädchen sind das,
die über Länder ziehen,
die Neugier ihres Vaters zu stillen?
Einen weißen Schild
tragen sie im Winter,
doch einen schwarzen im Sommer.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Das sind Schneehühner. Sie sind weiß im Winter, doch schwarz im Sommer.“
Gestumblindi sprach:

21

„Welche Frauen sind das,
die trauernd einhergehen,
die Neugier ihres Vaters zu stillen?
Bleiche Haare haben sie,
die weiß Verhüllten,
und müssen im Wind wachsen.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Das sind die Wellen, die Ägirs Mädchen heißen.“
Gestumblindi sprach:

22

„Welche Mädchen sind das,
die in großer Schar einhergehen,
die Neugier ihres Vaters zu stillen?
So manchem Mann
haben sie Schaden gebracht,
und keine hat einen Mann.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Das sind aber Wellen wie zuvor.“
Gestumblindi sprach:

23

„Welche Bräute sind das,
die in Brandungshemden gehen
und durch die Fjorde ziehen?
Ein hartes Bett haben sie,
die weiß Verhüllten,
und spielen wenig bei Windstille.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Das sind wiederum Ägirs Mädchen, und dein Vortrag lässt nun sehr nach; nun wirst du wohl das Urteil der Weisen hinnehmen wollen.“
Gestumblindi sagt: „Das tue ich ungern, doch erwarte ich, dass es nun bald so weit kommt.

24

Ich sah ziehen
den Erdbewohner des Erdreichs;
ein Leichnam saß auf einem Leichnam.
Blind ritt einer auf einem Blinden
zum Ritt der Brandung;
dem Ross fehlt der Atem.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Da kamst du an einen Fluss, und eine Eisscholle trieb den Fluss hinab; darauf lag ein totes Pferd und auf dem Pferd eine tote Schlange. Da trug ein Blinder einen Blinden, und ihrer waren drei beisammen.“
Gestumblindi sprach:

25

„Was ist das für ein Tier,
das den Menschen das Vieh erschlägt
und außen mit Eisen umgeben ist?
Acht Hörner hat es,
doch keinen Kopf,
und läuft, so gut es laufen kann.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Das ist der Würfel beim Hnefataflspiel; er heißt wie ein junger Bär und läuft, sobald man ihn wirft.“
Gestumblindi sprach:

26

„Was ist das für ein Tier,
das die Dänen beschützt,
einen blutigen Rücken trägt,
doch Menschen rettet,
den Speeren begegnet,
manchen das Leben erhält?
An seine Handfläche legt
ein Mann dessen Leib.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Das ist ein Schild; er rettet viele und trägt oft einen blutigen Rücken.“
Gestumblindi sprach:

27

„Viele Eier legte einst
die ausgewachsene Nasengans,
kinderbegierig trug sie
Bauholz zusammen.
Sie beschützten
des Strohs Beißschwerter,
doch lag des Trankes
dröhnender Fels darüber.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Da saß eine Ente auf ihren Eiern zwischen Rinderkiefern, die du des Strohs Beißschwerter nennst; den Schädel nennst du dröhnenden Fels und das Nest Bauholz.“

28

„Vier gehen,
vier hängen,
zwei weisen den Weg,
zwei wehren Hunde ab,
einer baumelt hinterher
und ist meist schmutzig.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Das ist eine Kuh; sie hat vier Füße und vier Zitzen, zwei Hörner und zwei Augen, und der Schwanz baumelt hinterher.“
Gestumblindi sprach:

29

„Wer ist der Einsame,
der in einem Aschenhaufen schläft
und allein aus Stein geschaffen ist?
Weder Vater noch Mutter
hat der Unheilgierige;
dort wird er sein Leben verbringen.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Das ist das unter der Asche verborgene Herdfeuer, das mit Feuerstein geschlagen wird.“
Gestumblindi sprach:

30

„Ein Pferd sah ich stehen,
es schlug eine Stute,
bewegte den Schwanz,
schlug das Hinterteil unter den Bauch.
Heraus muss man ziehen
und eine gute Weile gjöfta.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
Da antwortet der König: „Dieses Rätsel sollen meine Gefolgsleute lösen.“
Sie stellten allerlei Vermutungen an, und wenig Schickliches war darunter.
Als der König sah, dass sie nichts zustande brachten, sprach er: „Dieses Pferd nennst du den Leinenwebstuhl und das Webblatt seine Stute, mit dem man das Gewebe auf und ab schütteln muss.“
Gestumblindi sprach:

31

„Wer sind die Gefolgsleute,
die zum Thing reiten
und sechzehn beisammen sind?
Ihre Leute
senden sie über Länder,
um Wohnstätten zu besiedeln.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Das ist das Brettspiel König Itreks.“
Gestumblindi sprach:

32

„Ich sah im Sommer,
als die Sonne sank,
eine Gefolgschaft wachen,
wenig heiter.
Die Jarle tranken
schweigend Bier,
doch schreiend
stand das Biergefäß da.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Das ist eine Sau mit Ferkeln; wenn die Ferkel an ihr saugen, grunzt sie, während sie schweigen. Doch weiß ich nicht, was für ein Mensch du bist, der solche Dinge aus geringem Stoff so gewandt gestaltet.“ Und nun befiehlt der König leise, die Türen der Halle zu verschließen.
Gestumblindi sprach:

33

„Mädchen sah ich,
der Erde gleich;
Felsen dienten ihnen als Betten.
Schwarz und dunkel waren sie
im Sonnenschein,
doch umso schöner, je mehr sie ablegen.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Das sind erblasste Glutstücke auf dem Herd.“
Gestumblindi sprach:

34

„Ich saß auf einem Segel,
sah tote Männer
blutiges Fleisch tragen
in eines Baumes Rinde.
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Da saßest du auf einer Mauer und sahst einen Falken fliegen, der eine Eiderente in seinen Klauen trug.“
Gestumblindi sprach:

35

„Wer sind die beiden,
die zehn Füße haben,
drei Augen
und einen Schwanz?
König Heidrek,
bedenke das Rätsel.“
„Gut ist dein Rätsel,
Gestumblindi,
es ist gelöst:
Vielerlei versuchst du nun, da du für deinen Vortrag vor mir auf Ereignisse zurückgreifst, die sich vor langer Zeit zutrugen. Das war, als Odin auf dem Pferd Sleipnir ritt. Es hatte acht Füße und Odin zwei; sie hatten aber drei Augen, Sleipnir zwei und Odin eines.“
Gestumblindi sprach:

36

„Sage denn zuletzt,
[wenn du, Heidrek,
weiser bist als jeder Fürst]:
Was sagte Odin
Balder ins Ohr,
bevor er auf den Scheiterhaufen gelegt wurde?“
Der König antwortet:

37

„Ungeheuerliches und Schändlichkeit
und jede Feigheit,
[vermute ich, ist es gewesen;
doch die Worte, die du sprachst,
kennst du allein],
du böses, elendes Wesen.“
Da zog der König Tyrfing und schlug nach Gestumblindi, doch der nahm Falkengestalt an und flog durch eines der Hallenfenster hinaus. Das Schwert traf aber den Schwanz des Falken, und deshalb hat er seither stets einen kurzen Schwanz, wie die Heiden glauben. Nun war Odin zornig auf ihn geworden, weil er nach ihm geschlagen hatte, und in jener Nacht wurde der König getötet.