Originalquelle zu „Das Lied von Helgi dem Hundingstöter 2“

Helgakviða Hundingsbana II

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Deutsche KI-Übersetzung aus dem Altnordischen mithilfe der englischen Übersetzung.

1

„Sag Heming,
dass Helgi sich erinnert,
wen im Panzer
die Krieger fällten;
einen grauen Wolf
hattet ihr im Haus,
wo König Hunding
Hamal vermutete.“
Hamal hieß Hagals Sohn. König Hunding schickte Männer zu Hagal, um Helgi zu suchen; Helgi konnte sich aber nicht anders retten, als dass er die Kleider einer Magd anzog und sich ans Mahlen machte. Sie suchten, fanden Helgi aber nicht. Da sprach Blind, der Arglistige:

2

„Scharf sind die Augen
von Hagals Magd;
aus Bauerngeschlecht stammt nicht,
wer an der Mühle steht;
die Steine bersten,
der Mühlkasten sprang entzwei.

3

Nun hat ein hartes Los
den Fürsten getroffen,
da der Herrscher
Schlachtgerste mahlen muss;
besser ziemt sich
für diese Hand
ein Schwertgriff
als ein Mühlenstiel.“
Hagal antwortete und sprach:

4

„Das ist kein großes Unheil,
wenn der Mühlkasten dröhnt,
da eine Königstochter
den Mühlenstiel bewegt;
sie schwebte einst
hoch über den Wolken
und wagte zu kämpfen
wie Wikinger,
ehe Helgi sie
zur Gefangenen machte;
sie ist die Schwester
von Sigar und Högni;
darum hat die Magd der Ylfinge
so kühne Augen.“
Helgi entkam und ging auf ein Kriegsschiff. Er erschlug König Hunding und wurde seitdem Helgi Hundingstöter genannt. Er lag mit seinem Heer in Brunavagar, machte dort Beute am Strand und sie aßen das Fleisch roh. Ein König hieß Högni. Seine Tochter war Sigrun. Sie war eine Walküre und ritt durch Luft und über Meer. Sie war die wiedergeborene Swawa. Sigrun ritt zu Helgis Schiffen und sprach:

5

„Wer lässt die Schiffe
am Ufer schwimmen?
Wo, ihr Krieger,
seid ihr zu Hause?
Worauf wartet ihr
in Brunavagar?
Wohin verlangt es euch,
eine Fahrt zu wagen?“
Helgi sprach:

6

„Hagal lässt die Schiffe
am Ufer schwimmen,
wir sind zu Hause
auf Hlésey,
warten auf Fahrtwind
in Brunavagar;
nach Osten verlangt es uns,
eine Fahrt zu wagen.“
Sigrun sprach:

7

„Wo hast du, Fürst,
den Kampf entfacht
oder die Gänse
von Gunns Schwestern genährt?
Warum ist dein Panzer
mit Blut bespritzt?
Warum muss man unter Helmen
rohes Fleisch essen?“
Helgi sprach:

8

„Dies tat zuletzt
der Spross der Ylfinge
westlich des Meeres,
wenn du es wissen willst:
Ich fing Bären
in Bragalund
und sättigte das Adlergeschlecht
mit Speerspitzen.

9

Nun ist gesagt, Mädchen,
woher der Streit entstand;
darum aß man bei mir auf See
wenig Gebratenes.“
Sigrun sprach:

10

„Einen Kampf beschreibst du;
vor Helgi musste
König Hunding
zu Boden sinken;
es kam zur Schlacht,
als ihr Verwandte rächtet,
und Blut spritzte
auf die Schwertschneiden.“
Helgi sprach:

11

„Woher wusstest du,
dass wir es waren,
kluges Mädchen,
die Verwandte rächten?
Viele sind kühn,
die Söhne der Fürsten,
und ähneln
unseren Sippen.“
Sigrun sprach:

12

„Ich war nicht fern,
Heerführer,
gestern am Morgen,
als der König starb;
doch listig nenne ich
Sigmunds Sohn,
der in Schlachträtseln
vom Kampf berichtet.

13

Ich sah dich schon einmal
auf den Langschiffen,
als du an den
blutigen Steven standest
und taukalte
Wogen spielten;
nun will der Fürst
sich vor mir verbergen,
doch Högnis Tochter
erkennt Helgi.“
Granmar hieß ein mächtiger König, der auf Svarinshaug wohnte. Er hatte viele Söhne: Hödbrodd, einen zweiten namens Gudmund und einen dritten namens Starkad. Hödbrodd war auf einer Versammlung von Königen. Er ließ sich Sigrun, Högnis Tochter, zur Frau versprechen. Als sie das erfuhr, ritt sie mit Walküren durch Luft und über Meer, um Helgi zu suchen. Helgi war damals bei den Logafjöll und hatte gegen Hundings Söhne gekämpft. Dort erschlug er Alf und Eyjolf, Hjörvard und Hervard; er war ganz kampfesmüde und saß unter dem Arastein. Dort fand Sigrun ihn, fiel ihm um den Hals, küsste ihn und sagte ihm, weshalb sie gekommen war, wie es im alten Wölsungenlied heißt:

14

Sigrun suchte
den heiteren Fürsten auf,
sie ergriff
Helgis Hand,
küsste und grüßte
den König unter dem Helm;
da wandte sich des Fürsten
Herz der Frau zu.

15

Sie sagte, sie habe
von ganzem Herzen
Sigmunds Sohn geliebt,
ehe sie ihn gesehen hatte.
Sigrun sprach:

16

„Hödbrodd wurde ich
im Heer verlobt,
doch einen anderen Fürsten
wollte ich zum Mann;
aber ich fürchte, König,
den Zorn meiner Verwandten;
ich habe meines Vaters
Herzenswunsch durchkreuzt.“

17

Högnis Tochter
sprach nicht wider ihr Herz;
sie sagte, Helgis
Liebe wolle sie haben.
Helgi sprach:

18

„Kümmere dich nicht
um Högnis Zorn
noch um den bösen Willen
deiner Sippe.
Du sollst, junges Mädchen,
bei mir leben;
du hast eine Sippe, du Gute,
die ich nicht fürchte.“
Helgi sammelte darauf eine große Schiffsflotte und fuhr zum Frekastein. Auf See gerieten sie in ein lebensgefährliches Unwetter. Da zuckten Blitze über ihnen, und Lichtstrahlen fielen auf die Schiffe. Sie sahen neun Walküren durch die Luft reiten und erkannten Sigrun. Da legte sich der Sturm, und sie kamen heil an Land. Granmars Söhne saßen auf einem Felsen, als die Schiffe auf das Land zusegelten. Gudmund sprang auf ein Pferd und ritt zur Erkundung auf den Felsen am Hafen. Da holten die Wölsungen die Segel ein. Gudmund sprach:

19

„Wer ist der Fürst,
der die Schiffe lenkt,
eine goldene Kriegsfahne
vor dem Steven wehen lässt?
Prächtig erscheinen sie mir
an der Spitze der Fahrt;
Kampfesröte strahlt
um die Wikinger.
Sinfjötli sprach:

20

„Hier kann Hödbrodd
Helgi erkennen,
der ungern flieht,
mitten in der Flotte;
er hat den Stammsitz
deines Geschlechts,
das Erbe der Fjörsunge,
sich unterworfen.“
Gudmund sprach:

21

„Zuvor sollen wir
am Frekastein
vereint eine Einigung
über den Streit finden;
Zeit ist es, Hödbrodd,
Rache zu nehmen,
wenn wir so lange
den Kürzeren zogen.“
Sinfjötli sprach:

22

„Eher solltest du, Gudmund,
Ziegen hüten
und steile
Felsschluchten erklimmen,
in deiner Hand
einen Haselknüppel halten;
das behagt dir mehr
als Entscheidungen des Schwertes.
Helgi sprach:

23

„Dir ziemt es, Sinfjötli,
weit besser,
Schlachten zu schlagen
und Adler zu erfreuen,
als mit unnützen
Worten zu schmähen,
auch wenn Fürsten
in Fehde liegen.

24

Gut scheinen mir
Granmars Söhne nicht,
doch ziemt es Fürsten,
die Wahrheit zu sagen;
sie haben gezeigt
auf Moinsheimar,
dass sie den Mut haben,
die Schwerter zu ziehen;
überaus tapfer
sind diese Fürsten.
Gudmund ritt mit der Nachricht vom Heer nach Hause. Da sammelten Granmars Söhne ein Heer. Viele Könige kamen dorthin. Unter ihnen waren Högni, Sigruns Vater, und seine Söhne Bragi und Dag. Es kam zu einer großen Schlacht, und alle Söhne Granmars fielen, ebenso alle ihre Heerführer; nur Dag, Högnis Sohn, erhielt Schonung und schwor den Wölsungen Eide. Sigrun ging unter den Gefallenen umher und fand Hödbrodd dem Tod nahe. Sie sprach:

25

„Dir wird Sigrun
von den Sefafjöll,
König Hödbrodd,
nicht in die Arme sinken;
vorüber ist das Leben
– oft gelangt an Leichen
die graue Pferdeherde der Riesin –
von Granmars Söhnen.“
Dann fand sie Helgi und wurde sehr froh. Er sprach:

26

»Nicht in allem ist dir
Glück beschieden, du Weise,
— doch, sage ich, tragen
auch die Nornen daran Schuld —:
Heute Morgen fielen
bei Frekastein
Bragi und Högni;
ich wurde ihr Töter.

27

Und bei Styrkleifar
König Starkad,
und bei Hlébjörg
Hrollaugs Söhne;
jenen Fürsten sah ich
am grimmigsten kämpfen:
Noch kämpfte sein Rumpf,
als sein Haupt schon fort war.

28

Auf der Erde liegen
bei weitem die meisten
deiner Verwandten,
zu Leichen geworden;
du hast das Töten nicht bewirkt,
dir war es bestimmt,
dass du mächtigen Männern
zum Anlass des Kampfes wurdest.«
Da weinte Sigrun. Er sprach:

29

»Tröste dich, Sigrun!
Eine Hild bist du uns gewesen;
Fürsten bezwingen das Schicksal nicht.«
Sigrun sprach:
»Ich wollte nun wählen, dass jene lebten,
die dahingegangen sind,
und könnte mich doch in deinen Armen bergen.«
Helgi heiratete Sigrun, und sie hatten Söhne. Helgi wurde nicht alt. Dag, Högnis Sohn, opferte Odin, um seinen Vater zu rächen. Odin lieh Dag seinen Speer. Dag traf Helgi, seinen Schwager, an dem Ort, der Fjöturlund heißt. Er durchbohrte Helgi mit dem Speer. Dort fiel Helgi; Dag aber ritt nach Sefafjöll und brachte Sigrun die Nachricht.

30

»Ungern bringe ich dir, Schwester,
die traurige Kunde,
denn wider Willen habe ich
meine Verwandte zum Weinen gebracht;
heute Morgen fiel
unter Fjöturlund
der Fürst, der
auf Erden der beste war
und den Herrschern
auf dem Nacken stand.«
Sigrun sprach:

31

»Dich sollen alle
Eide beißen,
die du Helgi
geschworen hast
bei dem lichten
Wasser des Leipt
und bei dem eiskalten
Unnarstein.

32

Nicht fahre das Schiff,
das dich trägt,
auch wenn der ersehnte Wind
von hinten weht;
nicht laufe das Ross,
auf dem du reitest,
auch wenn du deinen Feinden
entfliehen musst.

33

Nicht beiße dir das Schwert,
das du ziehst,
es sei denn, es sause
dir selbst ums Haupt.
Dann wäre Helgis Tod
an dir gerächt,
wenn du ein Wolf wärst,
draußen in den Wäldern,
allen Besitzes beraubt
und aller Freude,
und keine Nahrung hättest,
als dich an Aas zu bersten zu fressen.«
Dag sprach:

34

»Wahnsinnig bist du, Schwester,
und außer Verstand,
da du deinem Bruder
Verderben wünschst;
Odin allein ist schuld
an allem Unheil,
denn unter Verwandte
trug er Runen des Streits.

35

Dein Bruder bietet dir
Ringe aus rotem Gold,
ganz Vandilsvé
und Vígdalir;
nimm das halbe Land
als Buße für deinen Schmerz,
ringgeschmückte Frau,
du und deine Söhne.«
Sigrun sprach:

36

»Niemals sitze ich so glücklich
in Sefafjöll,
am Morgen oder in der Nacht,
dass ich mich des Lebens freue,
es sei denn, bei des Fürsten Schar
blitzt ein Leuchten auf,
und unter dem Herrscher läuft
Vígblær hierher,
an goldenen Zaum gewöhnt,
und ich kann den König begrüßen.

37

So hatte Helgi
in Schrecken versetzt
all seine Feinde
und deren Verwandte,
wie vor dem Wolf
wild davonrennen
die Ziegen vom Berg,
voller Entsetzen.

38

So ragte Helgi
unter den Fürsten hervor
wie die herrlich gewachsene
Esche über dem Dornstrauch
oder der junge Hirsch,
von Tau benetzt,
der höher aufragt
als alle anderen Tiere,
und dessen Hörner leuchten
zum Himmel selbst hinauf.«
Für Helgi wurde ein Grabhügel errichtet. Als er aber nach Walhall kam, bot Odin ihm an, mit ihm über alles zu herrschen. Helgi sprach:

39

»Du sollst, Hunding,
jedem Mann
Wasser zum Fußbad bringen
und das Feuer schüren,
die Hunde anbinden,
die Pferde hüten,
den Schweinen Brühe geben,
bevor du schlafen gehst.«
Sigruns Magd ging eines Abends an Helgis Grabhügel vorbei und sah, dass Helgi mit vielen Männern zum Hügel ritt. Die Magd sprach:

40

»Ist es bloß eine Täuschung,
was ich zu sehen meine,
oder Ragnarök
— reiten Tote,
die ihr eure Rosse
mit Spitzen antreibt —,
oder ist den Fürsten
die Heimkehr gewährt?«
Helgi sprach:

41

»Es ist keine bloße Täuschung,
was du zu sehen meinst,
noch der Untergang der Welt,
auch wenn du uns erblickst,
auch wenn wir unsere Rosse
mit Spitzen antreiben,
noch ist den Fürsten
die Heimkehr gewährt.«
Die Magd ging heim und sagte zu Sigrun:

42

»Geh hinaus, Sigrun,
von Sefafjöll,
wenn es dich verlangt,
den Schirmherrn des Heeres zu treffen;
der Grabhügel steht offen,
Helgi ist gekommen,
die Wunden bluten,
der Fürst bat dich,
du solltest das Tropfen
der Wunden stillen.«
Sigrun ging in den Grabhügel zu Helgi und sprach:

43

»Nun freue ich mich so sehr
über unser Wiedersehen
wie die beutegierigen
Habichte Odins,
wenn sie um Gefallene wissen,
um warme Beute,
oder, taubenetzt,
den Tagesanbruch sehen.

44

Erst will ich den
leblosen König küssen,
ehe du das blutige
Brünnenhemd abwirfst;
dein Haar, Helgi,
ist von Reif durchdrungen,
ganz ist der Fürst
vom Tau der Gefallenen benetzt,
eiskalt sind die Hände
von Högnis Schwiegersohn;
wie soll ich dir, Fürst,
Linderung verschaffen?«
Helgi sprach:

45

»Du allein bist schuld, Sigrun
von Sefafjöll,
dass Helgi
vom Tau des Kummers benetzt ist;
du weinst, Goldgeschmückte,
bittere Tränen,
sonnenhelle Frau aus dem Süden,
bevor du schlafen gehst;
jede fällt blutig
auf die Brust des Fürsten,
eiskalt, im Innern glühend,
von Leid durchdrungen.

46

Lasst uns guten Mutes
köstlichen Trank trinken,
auch wenn wir Liebe
und Länder verloren haben;
kein Mensch soll
ein Klagelied singen,
auch wenn er auf meiner Brust
Wunden sieht;
nun sind die Frauen
im Grabhügel eingeschlossen,
die Frauen der Helden,
bei uns Verstorbenen.«
Sigrun bereitete im Grabhügel ein Bett.

47

»Hier habe ich dir, Helgi,
ein Lager bereitet,
ganz frei von Kummer,
Spross der Ylfinge;
in deinen Armen will ich,
Fürst, einschlafen,
wie ich es beim
lebenden Herrscher täte.«
Helgi sprach:

48

»Nun, sage ich, ist nichts mehr
für unmöglich zu halten,
spät oder früh
in Sefafjöll,
da du in den Armen
eines Toten schläfst,
helle Frau, im Grabhügel,
Högnis Tochter,
und doch lebendig bist,
du Königstochter.

49

Zeit ist es für mich, zu reiten
auf geröteten Wegen,
das fahle Ross
den Luftpfad treten zu lassen;
ich muss westlich
der Brücke des Windhelms sein,
ehe Salgofnir
die Siegerschar weckt.«
Helgi und seine Männer ritten ihres Weges, die Frauen aber gingen heim zum Hof. Am nächsten Abend ließ Sigrun die Magd am Grabhügel Wache halten. Als Sigrun bei Sonnenuntergang zum Hügel kam, sprach sie:

50

»Nun wäre er gekommen,
wenn er kommen wollte,
Sigmunds Sohn
aus Odins Hallen;
auf des Fürsten Kommen hierher,
sage ich, schwindet die Hoffnung,
wenn auf den Eschenzweigen
die Adler sitzen
und alles Volk sich eilt,
um sich im Traum zu treffen.«
Die Magd sprach:

51

»Sei nicht so töricht,
allein zu gehen,
Fürstenfrau,
zu den Häusern der Toten;
mächtiger werden
alle bei Nacht,
die toten Unholde, Mädchen,
als am hellen Tag.«
Sigrun lebte vor Kummer und Trauer nicht mehr lange. In alter Zeit glaubte man, dass Menschen wiedergeboren würden; heute aber nennt man das Altweiberwahn. Von Helgi und Sigrun heißt es, sie seien wiedergeboren worden. Er hieß damals Helgi Haddingjaskati, sie aber Kara, Halfdans Tochter, wie in den Karaliedern erzählt wird, und sie war eine Walküre.